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Windenergie: Fluch oder Segen für den Arbeitsmarkt?

Wirtschaft Windenergie: Fluch oder Segen für den Arbeitsmarkt?

Heftige Kritik von „Freier Horizont“-Kandidat / Sellering verweist auf Erfolg

Rostock. Die Diskussion im Bereich Wirtschaft drehte sich vor allem um die Windenergie. Vor allem Norbert Schumacher, Spitzenkandidat der windenergiekritischen Partei „Freier Horizont“, war hier ganz in seinem Element und stellte das Energiekonzept der Landesregierung infrage.

OZ-Chefredakteur Andreas Ebel gab ihm das Stichwort: „Herr Schumacher, Sie laufen Sturm gegen den Ausbau der Windenergie. Aber die Energiewende ist doch nur so zu schaffen?“ Das sieht der Angesprochene freilich ganz anders: „Ich will mal das Märchen beenden, dass Windkraft mit dem Atomausstieg zu tun hat. Wir kaufen den Atomstrom ja weiter aus den Nachbarländern.“

Zudem schaffe die Windkraft nicht nur neue Arbeitsplätze, sie zerstöre durch die steigenden Strompreise auch bestehende, meint Schumacher: „Der Strompreis ist in MV am höchsten. Dadurch geht Kaufkraft verloren.“ Der Ausbau der Windenergie würde das ganze Land verändern, bringe aber Profit nur für wenige – auf Kosten der Allgemeinheit. Seine Partei sei daher für einen Planungsstopp für neue Windräder in MV.

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) antwortete schroff: „Mir graust es davor, dass Herr Schumacher einmal Einfluss auf die Politik in MV erhalten könnte.“ Die Windenergie habe Tausende Arbeitsplätze geschaffen und ermögliche Wertschöpfung in ansonsten strukturschwachen Regionen, besonders in Vorpommern. Dafür erntete der Ministerpräsident heftigen Widerspruch von den offenbar zahlreich im Publikum vertretenen Windkraftgegnern.

Zustimmung für „Freie Horizonte“ kam von AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm. Auch die AfD sei dagegen, die Windenergie weiter auszubauen. Stattdessen sollten laut Holm in MV lieber Gaskraftwerke gebaut werden. Sie belasteten die Umwelt kaum, und das Gas dafür sei ja dank der Ostsee-Pipeline von Russland nach Lubmin bereits im Land vorhanden.

Schüler-Moderatorin Lisa Markschies lenkte dann die Diskussion auf ein anderes Thema. Den Linkspartei-Kandidaten Holter Holter fragte sie: „Wie wollen Sie die Wirtschaft in MV ankurbeln?“ Holter forderte eine deutlich bessere Finanzausstattung der Kommunen. „Und die Landesregierung muss durch Förderung erreichen, dass sich Industrie-Unternehmen und Dienstleister ansiedeln.“ Zudem sprach sich Holter für eine Änderung des Werftenförderungsgesetzes aus. Es müsse auch die Zulieferer und die Schiffbaufinanzierung umfassen.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) stellte seinen Plan vor, einen eigenen Staatssekretär für die strukturschwachen Landesteile zu ernennen. Dieser soll seinen Sitz in Demmin haben.

Ministerpräsident Sellering verwies auf die Erfolge: „Die Regierung macht eine sehr gute Wirtschaftspolitik. Vor allem die beiden Bereiche Gesundheitswirtschaft und erneuerbare Energien wurden von Anfang an gefördert.“ Dadurch seien zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen worden.

Die Grünen-Kandidatin Silke Gajek kritisierte dagegen, die Landesregierung setze zu sehr auf große Unternehmen. „Die Grünen wollen kleine und mittlere Unternehmen fördern.“ Gerade in regionalen Wirtschaftskreisläufen liege noch viel Potenzial.

Axel Büssem und Bernhard Schmidtbauer

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