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MV aktuell Windiges Angebot: Bürger sollen mehr Stromgeld kassieren
Nachrichten MV aktuell Windiges Angebot: Bürger sollen mehr Stromgeld kassieren
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14:25 05.12.2015
Projektmanager Cartano Poburski (l.) und der geschäftsführende Gesellschafter des neuen Windenergie-Unternehmens Newrizon, Klaus-Michael Rothe, wollen hohe Gewinnanteile an Kommunen verteilen. Quelle: Jens Büttner/dpa
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Rostock

Die Firma Newrizon will die Windkraftbranche in MV revolutionieren. 90 Prozent des Gewinns aus Stromerzeugung von Windkraftanlagen sollen an die Kommunen gehen. Es sei Zeit, dass Dörfer, die Windräder vor der Tür haben, auch vom Kuchen etwas abbekämen. Beobachter sind skeptisch.

„Wir sind kein Windkraftunternehmen“, sagt Klaus-Michael Rothe, früher Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Schwerin, jetzt an der Spitze von Newrizon. Die Bürger vor Ort sollten vom „unverschämt vielen Geld“, das mit der Windkraft verdient werde, etwas haben. Das Gros solle an Vereine und Stiftungen fließen, Infrastruktur erhalten. Mit dem Geld könnten auch Gemeindehelfer bezahlt werden, die Senioren auf den Dörfern pflegen, sagt Cartano Poburski aus Brunsbüttel. Newrizon, was übersetzt neuer Horizont heißt, wolle für mehr Bürgerbeteiligung sorgen. „Ein Modell für Gesamt-Europa“, so Poburski. Dazu sollen „viele, sehr viele“ Windräder wachsen. Ein Pilotprojekt sei 2016 geplant, erklärt Rothe. Konkretes sagt er nicht. Das nötige Geld, bevor Banken den Bau finanzieren, solle von anonymen Gönnern im Hintergrund fließen.

Staunen erzeugt die Offerte in der Windkraftbranche. „Bürgerbeteiligung ist gut, aber sie muss realistisch sein“ , sagt Andreas Hesse vom Bundesverband Windenergie MV. „Das hört sich gewissermaßen windig an.“ Großen Zweifel habe er an der Modellrechnung von Newrizon. Sie verspricht aus 25 Anlagen von jeweils 3,3 Megawatt Leistung jährliche Gewinne von vier Millionen Euro, wovon 3,6 Millionen in der Region bleiben sollen. Es sei fraglich, wie man solche Zusagen machen kann, „wenn heute noch gar nicht klar ist, wie hoch der Erlös in Zukunft sein wird“.

Die Branche unterstellt „Fake“, Täuschung. Anlagen kosteten in Projektierung, Anschaffung, Wartung und Rückbau so viel Geld, dass über Jahre kein Gewinn anfalle. Üblich sei ein Gewerbesteueranteil von 70 Prozent für die Gemeinde, in der das Windrad steht. Wenn denn Steuern fließen. Zuspruch kommt von Eckhardt Rehberg, CDU-Bundestagsabgeordneter: Das Angebot von Newrizon „sollte den Entscheidern im Land zu denken geben. Offenbar scheinen die Gewinne so üppig auszufallen, dass Unternehmen solche Konzepte umzusetzen vermögen“.



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