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MV aktuell Windpark neben Friedhof: Protest auf Rügen
Nachrichten MV aktuell Windpark neben Friedhof: Protest auf Rügen
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00:00 03.06.2017
Gingst/

Schwerin. Ein geplanter Windpark in Gingst auf der Insel Rügen stößt auf massiven Protest bei Anwohnern und Naturschützern. Die Anlagen sollen sich in der Nähe eines Friedhofs mit Friedwald, des beliebten Landschaftsparks Pansevitz und der Gutsanlage Boldewitz drehen. Umweltschützer halten das Gebiet für ungeeignet, weil hier geschützte Vogelarten rasten.

Im laufenden Raumentwicklungsprogramm Vorpommern war die Windrad-Eignungsfläche aber sogar von 35 auf 79 Hektar vergrößert worden. Das Thema sorgte auch am Rande des OZ-Forums am Donnerstagabend in der Inselhauptstadt Bergen für Aufregung.

„Hier sind alle dagegen“, sagt Sabine Warmbrunn, stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Gingst. Zu den Gegnern des Projekts zählt auch Frieder Jelen (CDU), ehemaliger Bürgerbeauftragter und früherer Landesumweltminister. Unterdessen weist Alvo Graf zu Knyphausen, Besitzer der Flächen, Gerüchte zurück, dass der Windpark aus 15 bis 20 Anlagen bestehen soll, die jeweils mehr als 200

Meter hoch sind. „Mit mir wird es solche großen Windräder nicht geben“, sagt zu Knyphausen. Auf eine Obergrenze will er sich zwar nicht festlegen, es soll aber alles deutlich kleiner ausfallen, als die kolportierten Zahlen nahelegen. Der Landwirt will mit den Kritikern „in einen Dialog einsteigen“. Es sei noch offen, welche Gesellschaft den Park bauen und betreiben wird. Es gebe viele Interessenten, aber noch keine Entscheidung. Die Vergrößerung der vorgesehenen Fläche im Entwicklungsprogramm biete die Möglichkeit, Einschnitte für Landschaft und Anwohner geringer zu halten.

In der Landeshauptstadt Schwerin wird indes neue Kritik am Windpark-Beteiligungsgesetz des Landes laut. Wie aus einer parlamentarischen Anfrage der Abgeordneten Jeannine Rösler (Linke) hervorgeht, bezahlte das Energieministerium Beraterhonorare in Höhe von 409 000 Euro an Anwaltskanzleien. „So ein extremer Batzen Geld steht in keinem Verhältnis zum Ergebnis“, kritisiert Rösler. Das im vergangenen Jahr eingeführte Beteiligungsgesetz, das Bürgern und Gemeinden ermöglichen soll, an neuen Windparks mitzuverdienen, ist bisher nicht sonderlich erfolgreich. Bislang wurde noch kein Beteiligungsprojekt realisiert. Das Prozedere gilt als umständlich und bürokratisch. „Es gibt nur sehr wenige Anfragen von Gemeinden“, meint Rösler.

Das Energieministerium rechtfertigt die hohen Honorare: Das Gesetz spiele im juristischen Neuland. Daher sei Spezial-Wissen nötig, etwa im komplizierten Kapitalmarktrecht, das es in der Behörde nicht gebe.

Bürgerwindparks boomen zurzeit – auch ohne MV-Gesetz. Weil der Strompreis sinken soll, müssen neue Windparks ausgeschrieben werden. Die erste Ausschreibungsrunde gewannen vor wenigen Tagen zu 95

Prozent Bürgerwindparks, an denen zehn Personen aus dem Kreis beteiligt sein müssen. In Mecklenburg-Vorpommern sind es fünf Projekte, unter anderem in Stäbelow (Landkreis Rostock) und Behrenhoff (Landkreis Vorpommern-Greifswald).

Gerald Kleine Wördemann

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