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Winterferien in MV: Arbeitgeber haben nichts gegen Skifahren

Rostock Winterferien in MV: Arbeitgeber haben nichts gegen Skifahren

Trotz erhöhter Verletzungsgefahr gibt es keine Sanktionen / Krankenkassen zahlen Ausfall durch Sportunfälle

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Emma Holdt aus Nordwestmecklenburg war mit anderen Jugendlichen im Skilager in Südtirol. Sie fuhr nur auf ausgewiesenen Strecken.

Rostock. Winterferien in MV: Seit Montag fahren wieder Tausende in den Urlaub zum Skifahren oder Snowboarden. Fast 7,4

 

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Mit dem Snowboard abheben, bringt tolle Fotos. Das weiß der Wismarer Scott Hoffmann (16). Er verreiste mit der Sportjugend aus Nordwestmecklenburg ins Skigebiet Speikboden (Italien).

Quelle: Fotos: H. Hoffmann (2), O. Arscholl (1)
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Bei uns werden keine Sportarten verboten, besonders Skifahren nicht. Matthias Dettmann, Dehoga

Millionen aktive Alpin-Skifahrer und zwei Millionen Snowboarder gibt es laut deutschem Skiverband bundesweit. Nicht alle kommen heil wieder aus dem Urlaub zurück. Rechnerisch verletzte sich in der Saison 2016/17 jeder 170. Fast jeder Zweite davon musste stationär behandelt werden.

In MV sei jeder zehnte Tag, an dem sich ein Arbeitnehmer als arbeitsunfähig gemeldet habe, durch eine Verletzung verursacht, teilte die Krankenkasse AOK Nordost mit. Dazu gehörten unter anderem Verletzungen durch Verkehrsunfälle, Stürze, im Haushalt, aber auch durch Ski- oder Wintersport.

Doch mit Konsequenzen, wie Lohnentzug, muss meist nicht gerechnet werden. „Uns ist noch keine Häufung der Krankheitsfälle nach dem Urlaub aufgefallen“, sagt Patrick Hoppe, Sprecher der Helios Kliniken Schwerin. Demnach sei es auch noch nicht erforderlich gewesen, mit Sanktionen darauf zu reagieren. Der durch Wintersport verursachte Ausfall werde wie ein normaler Krankheitsfall individuell ausgeglichen.

„Bei uns werden keine Sportarten verboten, besonders nicht Skifahren“, sagt auch Matthias Dettmann, Geschäftsführer des deutschen Hotel- und Gaststättenverbands MV. Meist sei Aktivurlaub sowieso erholsamer als die freie Zeit zu Hause auf dem Sofa zu verbringen. Wer etwas für seine Gesundheit tut, könne sogar gefördert werden. „Einige Unternehmen beteiligen sich an der Mitgliedschaft im Fitnessstudio oder der Rückenschule“, sagt Dettmann. Was fit und gesund halte, sei bei den Arbeitgebern immer gern gesehen und da gehöre im Winter der Sport im Schnee dazu. Denn: Wer sich sportlich betätigt, kann sich meist besser bewegen.

Ähnlich sieht das auch Sven Müller, Geschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände MV: „Urlaub ist zur Erholung da und für manchen gehört Skifahren dazu.“ Jedoch erwarte der Arbeitgeber, dass der Urlauber das Risiko bei der gewählten Sportart selbst einschätzen könne. Wer also darauf achte, nur ausgewiesene Strecken zu fahren und seine Fähigkeiten nicht überschätzt, habe nach einem Unfall nichts zu befürchten. „Es kommt sowieso nicht so häufig vor, dass jemand wirklich lange ausfällt“, sagt Müller. Den Ausfall bezahle die Krankenkasse.

Die machen das auch ohne Murren, solange es kein Selbstverschulden bei der Verletzung gibt. „Nur wenn Sie sich beispielsweise selbst den Finger abschneiden, um nicht arbeiten zu müssen, zahlen wir nicht“, sagt Markus Juhls von der AOK Nordost. Selbstverschuldung sei nur, wenn sich der Verletzte seine Wunde selbst und absichtlich zugefügt hat. Dazu gehören keine Verletzungen durch Fahrlässigkeit, wie durch das Radfahren ohne Helm oder eben eine Strecke mit Skiern zu fahren, die nicht dafür gekennzeichnet ist.

In diesen Fällen zahlt die Krankenversicherung trotzdem – und mit der europäischen Gesundheitskarte auch den Krankenhausaufenthalt im Ausland. Nur die Kosten für den Transport in die Heimat müssten oft selbst getragen werden. „Wir unterstützen unsere Mitglieder sogar mit Bewegungskursen zur Vorbereitung, einen sportlichen Urlaub zu verbringen“, sagt Juhls. Es muss also niemand Sorge haben, nach dem Urlaub in den Alpen durch Verletzungen kein Gehalt mehr zu bekommen.

Christin Tute

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