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Wirtschaft benötigt neue und andere Impulse

Wirtschaft benötigt neue und andere Impulse

Bei ihren Koalitionsverhandlungen berufen sich SPD und CDU auf eine gute Wirtschaftslage, einstellige Arbeitslosenzahlen und bemerkenswerte Firmenansiedlungen.

Bei ihren Koalitionsverhandlungen berufen sich SPD und CDU auf eine gute Wirtschaftslage, einstellige Arbeitslosenzahlen und bemerkenswerte Firmenansiedlungen. Sie verkennen jedoch die Sorgenfalten, die sich in vielen Unternehmen im östlichen Mecklenburg- Vorpommern breit machen: Fachkräftemangel, demografische Entwicklung, zunehmende Bürokratisierung, Euroskepsis und schließlich die oft ungeklärte Nachfolge an der Firmenspitze. Weiter so hilft nicht. Einen Staatssekretär für strukturschwache Regionen einzusetzen, zeigt eine komplett falsche Wahrnehmung der Herausforderungen, vor denen Unternehmer mit ihren Mitarbeitern stehen. Die Wirtschaft benötigt neue und andere Impulse.

1. Maßgeschneiderte Konzepte: Landespolitik sollte mit Wirtschaft und Regionen differenzierte Leitbilder formulieren. Wirtschaftsräume um Schwerin oder im Rostocker-Umfeld sind nur bedingt mit dem dünn besiedelten Osten zu vergleichen. Wer glaubt, dass nur in Großräumen Leuchttürme genügend Strahlkraft entfalten, der übersieht, dass in der global-digitalen Welt viele Hotspots abseits von Magistralen entstehen.

2. Mehr Region, weniger Schwerin. Je mehr ein Staat die Fläche preisgibt, desto mehr überlässt er sie Kräften, die die Demokratie abschaffen wollen. Der scheinbare kurzfristige Kosteneffekt bringt mittel- und langfristig höhere Kosten, um Vertrauen bei den Menschen wieder zu gewinnen. Die Kreisgebiets- und die Justizreform in Mecklenburg-Vorpommern haben bislang keine nachweisbaren Effekte gezeigt.

3. Schwerpunkt Jugend. Die Investitionen in Hochschul- und Forschungsinfrastruktur und Köpfe haben es vorgemacht. Ein Schwerpunkt der Bildungspolitik muss bei Jugendlichen liegen, die ihre Zukunft nicht im akademischen Bereich sehen. Im ländlichen Raum sind massiv Fächer an Berufsschulstandorten reduziert worden. Im digitalen Zeitalter muss es möglich sein, flexible Ausbildungskonzepte zum Beispiel durch virtuellen Unterricht anzubieten.

4. Mehr StartUps statt Staatssekretäre. Wir benötigen Wachstum aus eigener Kraft. StartUp-Förderung in allen Bereichen muss ein Schwerpunkt der Wirtschaftspolitik werden.

Wirtschaftsförderung benötigt mehr Geschwindigkeit, mehr Risikobereitschaft und weniger Bürokratie.

5. Wir müssen es selbst in die Hand nehmen. Abgehängt, vernachlässigt, benachteiligt. Das hört man oft im östlichen MV. Können wir nicht stolzer auf unsere Erfolge sein, ohne Probleme zu schönen? Stolz auf viele wirtschaftliche Meisterleistungen, die national und international für Aufsehen sorgen. Stolz auf die erreichten Leistungen der gesamten Bevölkerung.

OZ

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