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Wirtschaft 25 Prozent weniger Flüge: Laage gehen Passagiere aus
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00:00 18.07.2013
Flughafen-Chef Carsten Herget. Quelle: Frank Söllner
Rostock

Schwere Rückschläge für den Flughafen Rostock-Laage: Die Zahl der Passagiere liegt zurzeit zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Anzahl der Flüge musste durch den Wegfall von zwei Airlines sogar um 25 Prozent zusammengestrichen werden. Eine positive Wende soll jetzt die Kooperation mit der Fluggesellschaft Rostock-Airways bringen. Aus der CDU Mecklenburg-Vorpommern kommen indes Forderungen, die die regionale Wirtschaft solle sich stärker als bisher für den Flughafen engagieren.

„Rund 700 Passagiere gehen uns jede Woche verloren“, sagt Flughafen-Geschäftsführer Carsten Herget (42). Grund dafür sei die Insolvenz von zwei Charterfluggesellschaften in den letzten Monaten. Sie wollten mit zehn Flügen pro Woche Urlauber von Rostock in die Türkei oder nach Spanien bringen. Aufs Jahr gerechnet würden durch die Insolvenzen 25 Prozent aller Flüge ausfallen, berichtet Herget.

Fluggäste, für die es keinen Platz in den Ersatz-Maschinen gebe, müssten auf Flughäfen wie Hamburg oder Berlin ausweichen. Von Januar bis Juni checkten nur 90 000 Fluggäste in Rostock-Laage ein.

2012 waren es insgesamt 204 000. Obwohl in den Sommermonaten fast alle Urlaubsflüge ausgebucht sind, wird diese Zahl in diesem Jahr nicht annähernd erreicht.

Ein weiterer Rückschlag für Carsten Herget: Helvetic Airways wollte bis Ende Oktober Flieger in Richtung Schweiz schicken. Da die Route nicht den erwünschten Erfolg brachte, wird die Gesellschaft ihre Flüge schon Mitte September beenden. „Aus wirtschaftlicher Sicht ist es bisher kein schönes Jahr für den Flughafen“, gibt der Flughafen-Chef zu. Ohne die durch Dritte verursachten Insolvenzen hätte der Flughafen problemlos das Ergebnis von 2012 überbieten können. „Obwohl 25 Prozent der Flüge gestrichen wurden, sind nur zehn Prozent der Passagiere weggefallen“, unterstreicht Herget. Ein Lichtblick könnte die Zusammenarbeit mit Rostock-Airways werden. Die Fluggesellschaft soll ab September regelmäßige Linienflüge nach Frankfurt am Main, München und Kopenhagen anbieten. Laut Herget laufen letzte Verhandlungen. Steigende Passagierzahlen verspricht er sich auch von neuen Routen: Flüge in die Türkei, nach Griechenland und Ägypten seien geplant.

Jedoch: „Um schwarze Zahlen zu schreiben, benötigen wir 600 000 bis 700 000 Fluggäste pro Jahr“, meint Herget. Realistisch betrachtet, sei dies frühestens in acht Jahren möglich. Bis dahin baut der Flughafen-Chef auf weitere finanzielle Hilfe. „Kein Unternehmen will von Fördermitteln leben, aber derzeit geht es nicht anders.“ Der Zuschussbedarf lag zuletzt bei jährlich etwa 2,3 Millionen Euro, den vor allem Stadt und Landkreis Rostock sowie Laage als Gesellschafter aufbringen müssen. Für 2012 und 2013 stellte zudem das Land jeweils 500 000 Euro bereit.

Gut angelegtes Geld, meint der Rostocker CDU-Bundestagskandidat Peter Stein. Nur auf die Defizite zu schauen, sei unangebracht. Der Flughafen generiere Steuereinnahmen und schaffe Arbeitsplätze. Die rot-schwarze Koalition bekenne sich zu Rostock-Laage, sagt such Dietmar Eifler, verkehrspolitischer Sprecher der CDU- Landtagsfraktion. Der Airport sei für die überregionale Erreichbarkeit von MV unverzichtbar.

Land steckte 134 Millionen Euro in Flugplätze
21 Flugplätze gibt es in Mecklenburg-Vorpommern, vom Regionalflughafen Rostock- Laage mit Charterflügen nach Mallorca bis zur kleinen Segelfliegerpiste auf der grünen Wiese. Das Land pumpte seit 1990 insgesamt 134,2 Millionen Euro Steuergeld in die Airports und Flugplätze. Fast die Hälfte der Landesgelder — 63,7 Millionen Euro — erhielt der Airport Rostock-Laage. 2012 zählte der größte Flugplatz in MV 204 000 Passagiere. Im regionalen Vergleich: In Lübeck-Blankenese wurden 360 000 Reisende abgefertigt, in Halle/Leipzig waren es 2,2 Millionen.

Mathias Otto und Bernhard Schmidtbauer

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