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Wirtschaft Afrikanische Schweinepest: Bauern in Existenzangst
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11:28 17.10.2017
Bauern und Behörden sind in Angst, dass die Afrikanische Schweinepest auch bald in MV ausbricht. (Symbolfoto) Quelle: Jens Büttner / Dpa
Schwerin

Die nächste Tierseuche steht vor der Tür: Bauern und Behörden sind in Angst, dass die Afrikanische Schweinepest auch bald in MV ausbricht. Tausende Schweine mussten bereits in Osteuropa getötet werden, die Pest breitet sich Richtung Westen aus. Agrarminister Till Backhaus (SPD) sagt: „Wir bereiten uns auf den Ernstfall vor.“ Detlef Kurreck, Präsident des Landesbauernverbandes, spricht offen von „Angst vor der Existenzvernichtung“.

Schweinepest

2632 Ausbrüche der Pest sind europaweit bekannt, davon 220 in Hausschwein-Beständen (Stand 10. Oktober; Quelle: Fr.-Löffler-Institut). Von Schweinepest betroffene Länder: Russland, Ukraine, Lettland, Estland, Polen, Tschechien, Rumänien.

Gerade ließ Backhaus Behörden in allen sechs Landkreisen – Tierärzte, Förster, Katastrophenschützer – üben, was im Fall des Ausbruchs der hochansteckenden Schweinepest in MV zu tun wäre. Befürchtet würden massive Schäden in Tierbeständen, „Millionen Haus- und Wildschweine“, heißt es aus dem Ministerium. Denn die Seuche, an der Schweine meist verenden, breitet sich rasend schnell aus. Laut Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems gab es zuletzt einen Anstieg der Fallzahlen in Polen, Lettland oder Estland. Neu sind Fälle in Rumänien und Tschechien. EU-weit seien bislang weit über 200 Ausbrüche bei Haus- und 2600 bei Wildschweinen registriert. In einem Großbetrieb in Russland mussten 15 000 Tiere getötet werden. Backhaus: „Mit Blick auf die Situation in Europa und speziell in unseren Nachbarländern sind wir höchst sensibilisiert.“

Löffler-Institut: hohes Einschleppungs-Risiko des Virus

Die Seuchen-Experten des Löffler-Instituts gehen von einem hohen Einschleppungs-Risiko des Schweinepest-Virus aus. Es reiche schon, wenn jemand „ein Schinken- oder Mettwurstbrot“ mit befallenem Schweinefleisch aus dem Auto werfe, so Sprecherin Elke Reinking. Weitere Risiken seien Jagdtourismus, das Mitbringen von Trophäen oder verschmutzte Stiefel. „Besonders effizient ist die Übertragung über Blut.“ Für andere Tierarten oder gar Menschen stelle die Pest keine Gefahr dar.

Die Politik in MV rüstet sich derzeit für das Schlimmste. CDU und SPD fordern diese Woche im Landtag eine Verschärfung der Regeln: Halter von Schweinen sollen intensiver auf Einhaltung von Hygienevorschriften kontrolliert und Transporte reguliert werden. Die CDU fordert eine „Abschussprämie“ von 50 Euro für Wildschweine, deren Population zuletzt rasant gewachsen ist. „Auch für Bachen und Frischlinge“, so ein Sprecher. Höchste Zeit, sagt Corinna Cwielag, Geschäftsführerin des Bundes für Natur und Umweltschutz MV. „Eine Prämie halten wir insgesamt für hilfreich.“ Denn die Schäden auf Agrarflächen seien durch die vielen Wildscheine bereits groß. „Sollte sich die Schweinepest ausbreiten, würde dies die gesamte Schweineproduktion im Land gefährden“, erklärt CDU-Landtags-Abgeordnete Beate Schlupp.

Bauernchef Kurreck reicht das alles nicht. Er fordert ein Ende des Verbots für Drückjagden auf Wildschweine und von Jagd in Schutzzonen. „Ich appelliere an die Jäger in unserem Land, den Jagddruck zu erhöhen“, so Kurreck. Nur so lasse sich der Ausbruch verhindern.

Frank Pubantz

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