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Agrarbündnis: Klare Strukturen verhindern Skandale

Güstrow/Schwerin Agrarbündnis: Klare Strukturen verhindern Skandale

Lebensmittelskandale wie jüngst um Bio-Eier oder falsch deklariertes Pferdefleisch lassen sich nach Ansicht des Agrarbündnisses Mecklenburg-Vorpommern nur mit kleineren, überschaubaren Strukturen vermeiden.

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Burkhard Roloff fordert mehr Transparenz. Foto: Bernd Wüstneck/Archiv

Güstrow. „Wenn die Rohstoffe anonym sind, ist krimineller Energie Tür und Tor geöffnet“, sagte der BUND-Agrarexperte Burkhard Roloff der Nachrichtenagentur dpa vor einer Fachtagung des Agrarbündnisses Mecklenburg-Vorpommern am 19. März in Güstrow. „Für uns ist klar, dass nur die bäuerliche und ökologische Tierhaltung, die hofeigene Verarbeitung und regionale Vermarktung die Lösung ist.“ Nur so seien die Warenwege klar zu erkennen.

Das Agrarbündnis ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Ökoanbauverbänden, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, der Umweltverbände BUND und Nabu und der Tierschutzorganisation Provieh. Für die Bio-Legehennenhaltung fordert das Agrarbündnis seit Jahren eine Reduzierung der Tierzahlen. „3000 Hennen pro Herde und 24 000 Tiere unter einem Dach sind zu viel“, sagte Roloff. So viele Hennen sind den Bio-Richtlinien zufolge erlaubt.

Von der Landesregierung fordert das Agrarbündnis ein Programm für die Entwicklung des ökologischen Landbaus bis 2020. Danach sollte die Öko-Fläche von derzeit 9 auf 20 Prozent wachsen. Es müssten mehr landesspezifische Bio-Produkte hergestellt und direkt oder regional vermarktet werden. Zudem fordert das Agrarbündnis eine wissenschaftliche Analyse und Bewertung des aktuellen Zustands des Öko- Landbaus, um Hemmnisse bei dessen Weiterentwicklung zu erkennen.

Roloff wies darauf hin, dass der Bund die Länder von 2014 an bei den Ökoprämien mit deutlich mehr Geld unterstützt. Umsteller von konventioneller auf ökologische Landwirtschaft könnten in den ersten beiden Jahren 348 Euro pro Hektar für Acker und Grünland erhalten und danach für die Beibehaltung 216 Euro pro Hektar. „Bisher erhalten sie jeweils nur 150 Euro pro Hektar in Mecklenburg-Vorpommern.“

In dem Bio-Landesprogramm sollten vor allem die Maßnahmen im Bereich Marktstrukturentwicklung und Marketing für heimische Bio- Produkte an das Ziel einer Verdopplung der ökologischen Anbaufläche angepasst werden. Zudem sollten Bio-Modell-Regionen im Land entwickelt werden. „Der ökologische Landbau ist für uns der Königsweg einer nachhaltigen Landwirtschaft“, betonte Roloff.

dpa

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