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Wirtschaft Anders als in Essen: Tafeln beugen Streitereien vor
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00:59 06.03.2018
Rostock

Das Ausschließen ausländischer Empfänger von der Essener Tafel hat deutschlandweit für Aufregung gesorgt. In MV konnten die Tafeln einen solchen Schritt durch schlichtende Maßnahmen bislang vermeiden.

In Grevesmühlen gab es auch Steits und Beleidigungen, berichtet Tafel-Chef Jörg Schulte: „Wir mussten auch Einzelne rausschmeißen.“ Viele Zuwanderer hätten mehr eingepackt, als sie brauchten. „Daher haben wir einen Preis von vier Euro eingeführt, seitdem ist es besser geworden.“ Der Preis werde auch von den einheimischen Kunden akzeptiert.

In Waren (Müritz) werden Alte und Kranke zu Hause beliefert, damit sie nicht in der Schlange stehen müssen. In Greifswald wurde schon vor Jahren ein Losverfahren eingeführt: Jeder Bedürftige zieht ein Los, das bestimmt, welchen Platz er in der nächsten Woche beim Anstehen bekommt, erklärt Tafel-Schatzmeisterin Doreen Kloitzsch.

Ähnlich läuft es in Stralsund: „Zu Konflikten kommt es eher selten, da durch eine gut strukturierte Ausgabe mit Terminen mit Uhrzeit und Nummer nur wenige Kunden vor der Tür stehen und somit Rangeleien vermieden werden“, sagt Tafel-Sprecher Burkhard Päschke.

In Wismar begegnete die Tafel dem verstärkten Andrang von Flüchtlingen mit einem erhöhten Aufwand der ehrenamtlichen Helfer, um Sprachschwierigkeiten und Unterschiede bei der Esskultur zu begegnen.

„Nach dem Motto der Tafel haben wir jeden, der bedürftig ist, egal welcher Hautfarbe, Religion oder Herkunft, aufgenommen und mit Lebensmitteln bis zum heutigen Tage unterstützt“, sagt der Tafel-Vorsitzende Detlef Lohne.

Günther Hoffmann, Landesvorsitzender der Tafeln in MV, bestätigt: „Es kommt vereinzelt zu Streitereien. Aber es gilt der Grundsatz: Not vor Pass. Wer bedürftig ist, bekommt auch etwas.“

axm

OZ

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