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21:00 20.03.2017
Ein Messebesucher liegt auf einem virtuellen Flugsimulator des Herstellers Icaros  bei der IT-Messe Cebit in Hannover (Niedersachsen). Quelle: Friso Gentsch

Drohnen, künstliche Intelligenz, menschenähnliche Roboter: In Hannover wurde am Montag mit dem Rundgang von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die weltgrößte Technologiemesse Cebit auch für Besucher eröffnet. Zu der fünftägigen Veranstaltung mit mehr als 3000 Ausstellern aus 70 Ländern werden rund 200.000 Besucher erwartet. Partnerland ist Japan.

Merkel zur Digitalisierung:  Es geht um Millionen von Menschen, die zum Teil noch nicht wissen, was sie erwartet

Die IT-Leistungsschau will den digitalen Wandel mit konkreten Beispielen erlebbar machen. „Die Digitalisierung beeinflusst unsere Wirtschaft so stark wie kaum etwas anderes“, sagte Kanzlerin Merkel. „Es geht um Millionen von Menschen, die zum Teil noch nicht wissen, was sie erwartet.“ Merkel betont das Positive: „Die Analyse riesiger Datenmengen ermöglicht viele neue Geschäftsmodelle.“ Für das wissbegierige Publikum ist die Cebit allerdings ein teures Pflaster – vor allem, wenn Besucher auch das Konferenz- und Vortragsprogramm nutzen wollen. Ein Kombi-Tagesticket für Ausstellung und Konferenzen kostet 660 Euro, Tageskarten mit Themenschwerpunkten 89 Euro.

Nur drei Aussteller aus MV

Die Leitmesse präsentiert sich insbesondere als Parkett der Globalplayer, Firmen aus Mecklenburg-Vorpommern finden sich in Hannover kaum. Nur drei Aussteller aus MV sind laut Schweriner Staatskanzlei auf der Cebit dabei, darunter das Schweriner Energieministerium am Gemeinschaftsstand des IT-Planungsrates der Bundsländer.

„Es ist bedauerlich, dass MV nicht einmal mit einem eigenen Gemeinschaftsstand vertreten ist“, kritisiert der Digitalisierungs-Sprecher der Landtags-Linksfraktion, Helmut Holter. Die Opposition habe bereits im vorigen Jahr mehr Engagement von der Landesregierung gefordert, um kleine Firmen zu fördern. Holter: „Wenn wir das Image als Land der Zukunft aufbauen wollen, gehören Auftritte auf prestigeträchtigen Messen dazu.“

Regierungssprecher Andreas Timm hält dagegen: „Wichtig ist, dass Unternehmen auf Messen vertreten sind, die sie für sinnvoll halten. Viele Firmen besuchen lieber kleinere Fachmessen, weil sie befürchten, auf der Cebit nicht genug wahrgenommen zu werden.“

Videokonferenz-Lösungen aus Warnemünde

Dr. Matthias Baumgart von der Warnemünder Firma Vidmeet befürchtet das nicht. Er stellt an einem Startup-Gemeinschaftsstand Videokonferenz-Lösungen vor. „Für Unternehmen mit mehreren Standorten, die mit größerem Personenkreis auf höherem Standard kommunizieren wollen“, erläutert der Firmengründer. Es gehe um Lösungen, die auch für mittelständische Firmen erschwinglich seien. Bisher habe er Kunden in Rostock. Hannover sei eine gute Plattform, „mehr Business-Kunden zu treffen“, meint der Mathematiker.

Fernstudium zu Cyber-Kriminalität an Hochschule Wismar

Eine Tochterfirma der Hochschule Wismar, die Wings GmbH, präsentiert Fernstudiengänge für IT-Spezialisten. Für die Richtung IT-Forensik sei neben dem Bachelor- jetzt auch der Masterabschluss möglich, so Wings-Sprecher André Senechal. „Wir waren bundesweit die ersten, die das berufsbegleitend anbieten.“ Der Studiengang, der sich an Cyberkriminalität-Fachleute bei Staatsanwaltschaften, Bundes- und Landeskriminalämtern richte, werde zunehmend auch von Unternehmen angefragt.

Samsung mit digitalem Assistenten „Bixby“

Mit vielen Neuheiten warten die Branchen-Riesen auf: So stellt Samsung seinen digitalen Assistenten „Bixby“ vor, mit dem der Smartphone-Marktführer Apples „Siri“ und Amazons „Alexa“ Konkurrenz machen will. Samsung setzt darauf, die Software mit der Zeit in alle seine Geräte zu bringen: Auch Klimaanlage und Fernseher sollen künftig über „Bixby“ steuerbar sein. Das nächste Top-Smartphone Galaxy S8, das Ende März präsentieren werde, bekomme einen eigenen Knopf für den Assistenten, was die Bedienung vereinfacht.

Sprachbefehle werden gerade zu einem zentralen Weg, mit Technik zu kommunizieren, und die großen Tech-Konzerne liefern sich mit ihren Assistenten einen Wettlauf um die Gunst der Nutzer. Samsung tritt damit aber auch gegen seinen langjährigen Kooperationspartner Google an. Der kalifornische Internetgigant hatte erst vor kurzem angekündigt, den Google Assistant in Millionen Smartphones mit den beiden neuesten Versionen seines Mobil-Betriebssystems Android zu bringen. Mit der Zeit soll die Software ebenfalls in allen möglichen Geräten von der Smartwatch bis zum Auto laufen.

Amazon gab dem Trend zuletzt mit dem Erfolg seines Lautsprechers Echo mit integrierter Alexa-Assistentin einen entscheidenden Schub. Apple war ein Pionier mit Siri, die schon seit 2011 im iPhone steckt.

Elke Ehlers

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