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Deges verändert Broschüre zum Bau der A20

Tribsees/Berlin Deges verändert Broschüre zum Bau der A20

Autobahn-Projektgesellschaft streitet um Qualität des Gründungsverfahrens.

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Das abgesackte Autobahnteilstück der A20 an der Trebeltalbrücke bei Tribsees (Mecklenburg-Vorpommern) wird von Fachleuten begutachtet. Die Fahrbahn in Richtung Westen war Ende September auf rund 100 Metern Länge etwa einen halben Meter abgesackt, jetzt ist sie metertief weggebrochen.

Quelle: Bernd Wüstneck/dpa

Tribsees/Berlin. In der Debatte um die Ursache für den Abrutsch der A20 bei Tribsees ringt die für den Autobahnbau verantwortliche Projektgesellschaft Deges weiter darum, den Eindruck zu vermeiden, dass es Baumängel gegeben habe.

 

Am Montag präsentierte Deges-Sprecher Michael Zarth eine vor acht Jahren veröffentlichte Fachbroschüre, die allerdings von der Deges am vergangenen Sonnabend nachträglich an einer entscheidenden Stelle manipuliert worden ist. Die OSTSEE-ZEITUNG hatte am gleichen Tag berichtet, dass die Säulen, mit denen die A20 bei Tribsees im Moor verankert ist, nur einen Durchmesser von 15 Zentimetern haben sollen, während in einer Dokumentation zum Bau der A20 ein Maß von 18 bis 22 Zentimeter Durchmesser genannt worden ist. In der von der Deges herausgegebenen Broschüre mit dem Titel „Kreative Lösungen und technische Innovationen beim Autobahnbau“, die im Jahr 2009 erschienen ist, heißt es auf Seite 9, auf der das Gründungsverfahren beim Bau des Abschnittes über das Moor an der Trebel ausführlich erläutert ist: „Diese schlanken Tragelemente mit Durchmesser von 15 cm und einer Länge von 13 Metern erfordern einen relativ engen Achsabstand; sie sind jedoch starr und beanspruchen keine Konsolidierungszeiten.“

Seit vergangenen Sonnabend hat die Seite in der Broschüre eine neue Fußnote: „Anm. Deges, 14.10.2017: Diese Angabe ist der geprüfte und genehmigte Mindest-Durchmesser der Säulen. Der tatsächliche Durchmesser beträgt 18 bis 22 cm.“ Eine weiterführende Quelle für diese Aussage fehlt. Zarth sagte, dass die Fußnote erst am Sonnabend eingefügt worden sei, weil ein Durchmesser von 15 Zentimetern technisch und statisch gefordert worden sei. Im Jahr 2001 vorgefundene Durchmesser hätten aber 18 bis 22 Zentimeter betragen. Geringe Konsolidierungszeiten waren beim Bau der A20 angesichts des großen Zeit- und Kostendrucks offenbar wichtig. Der Begriff meint die Zeit, die der Unterbau einer Straße benötigt, bis er sich ausreichend gesetzt hat und nicht dann noch absackt, wenn der Verkehr rollt. Das Verfahren sei nach Angaben der Deges an der Trebel erstmals in extrem weichen Böden angewendet worden.

Die Deges hatte zuvor auf Anfrage angegeben, dass der Durchmesser 15 Zentimeter betrage. Jetzt versucht die Projektgesellschaft diese Zahl aus der öffentlichen Debatte zu entfernen. Grund dafür dürfte sein, dass sich eine juristische Auseinandersetzung über die Schuldfrage andeutet.

Benjamin Fischer

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