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Wirtschaft Bauern im Norden droht Noternte bei Getreide
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16:21 18.06.2018
Das Getreide ist auf vielen Schlägen in Mecklenburg-Vorpommern bereits notreif. Die ersten Betriebe beginnen in den nächsten Tagen mit der Ernte - deutlich früher als sonst. Quelle: Söllner Frank
Rostock

Die jüngsten Regenfälle haben nichts mehr gebracht: Den Landwirten in Mecklenburg-Vorpommern drohen wegen der Dürre der letzten Wochen massive Ernteschäden. Auf einigen Flächen deuten sich Totalausfälle an, sagt Landesbauernpräsident Detlef Kurreck. „Vielerorts müssen wir zusehen, wie die Feldfrüchte sich wegen des fehlenden Niederschlags kaum entwickelten oder in der Hitze verbrannt sind“, meint Kurreck.

Einzelne Schläge schon abgemäht

Vereinzelt sind Getreideschläge bereits abgemäht worden, so bei Sandhagen (Landkreis Rostock), Anklam (VorpommernGreifswald) und in der Schaalsee-Region (Ludwigslust-Parchim). „Dort hätte es wahrscheinlich nichts gebracht, die Körner zu dreschen“, meint Landwirt Thomas Eben, Chef der Agrikultur Prislich GmbH bei Ludwigslust. Einige Betriebe hätten die Gerste gehäckselt und würden sie so verfüttern. Denn auch bei Futter droht durch den Wassermangel ein Notstand. „Uns fehlt der zweite Grasschnitt beim Gras, im Mai ist kaum noch etwas gewachsen.“ Das bestätigt auch Friedhelm Mencke vom Gestüt Ganschow bei Güstrow. „Wir konnten nur halb so viel Heu ernten wie sonst.“ Auch auf den Weiden werde für Rinder und Pferde das Gras knapp.Mit dem Getreidedrusch werden die meisten Betriebe in etwa zehn Tagen beginnen - mehr als zwei Wochen früher als üblich. Bei Gerste, Raps und Weizen rechnet der Bauernverband mit 30 bis 50 Prozent weniger Ertrag als im Vorjahr. Auch die Qualität leide, vor allem auf sandigen Böden habe die Notreife eingesetzt, sagt Präsident Kurreck. Der Eiweißgehalt, der vor allem fürs Brotbacken wichtig ist, ist niedriger als in anderen Jahren. Für die industrielle Nutzung sei dieses „Kümmerkorn“ nicht verwendbar. Seit Mitte April hatte es in MV, bis auf wenige Gewittergüsse, kaum geregnet.

Dürre-Arbeitsgruppe am Schweriner Agrarministerium

In dieser schwierigen Situation stellte Agrarminister Till Backhaus (SPD) den Bauern Hilfe in Aussicht. „Ab 1. Juli dürfen Brachflächen zur Futtergewinnung genutzt werden, ohne bürokratischen Aufwand“, kündigte Backhaus an. Auch Brandenburg hat Brachflächen als Futterflächen freigegeben. Das Schweriner Ministerium berief zudem eine Dürre-Arbeitsgruppe ein. Mit der Agrarberatung LMS werde analysiert, wie hoch die Verluste in welcher Region seien. Danach werde entschieden, welche Maßnahmen den Bauern am meisten nützen. Um finanzielle Engpässe zu überbrücken, sind laut Backhaus Stundungen bei Pachtzahlungen denkbar. Möglicherweise könnten bei der Europäischen Union Dürrebeihilfen beantragt werden. 1992 hatte es diesen Notfall schon einmal gegeben. Dazu müsse nachgewiesen werden, dass die Ernte tatsächlich 30 Prozent niedriger als im langjährigen Durchschnitt ausfällt.

Programm zur nationalen Notstandshilfe

Die Bauernpräsidenten der Ost-Bundesländer hatten ihre Landwirtschaftsminister aufgefordert, sich bei der nächsten Agrarministerkonferenz für ein Programm zur nationalen Notstandsbeihilfe einzusetzen. Weil die EU zustimmen muss, ist Eile geboten. „Jeder weitere Zeitverzug führt zu Liquiditäts-Engpässen“, warnt Landesbauernpräsident Kurreck.

Elke Ehlers

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