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Wirtschaft Erster Schnee: Wintersachen sind der Renner
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04:20 04.12.2017
Advents-Shopping: Steffi Kugler (31) und Florentine (6) aus Kritzmow im KTC Rostock Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Der Schnee kam Sonntagfrüh wie gerufen für die Textilhändler im Land. Rappelvolle Innenstädte, großer Andrang in den Läden und dann auch noch ein plötzlicher Kälteeinbruch am verkaufsoffenen Advents-Wochenende in Mecklenburg-Vorpommern: Davon profitierten vor allem Textilläden und Schuhgeschäfte, nachdem der Umsatz in den Monaten Oktober und November wegen der wärmeren Temperaturen eher bescheiden ausgefallen war.

Frank Embach, Vorsitzender des Vereins Greifswalder Innenstadt, verzeichnet für das vergangene Wochenende einen Umsatzzuwachs von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem warme Winterkleidung wie Jacken, Pullover und Schuhe seien in den Geschäften sehr gut gegangen, sagt Embach. „Wir haben in Greifswald recht viele Textilhändler. Ich glaube, die haben am Wochenende alle ein gutes Geschäft gemacht. Auch Accessoires wie Tücher, Schals und Taschen sind gut gegangen“, sagt Embach.

Birgit Jesske, Betreiberin der gleichnamigen Modehäuser in Greifswald und Stralsund, bestätigt gute Ergebnisse des Advents-Shoppings: „Wir haben uns sehr gefreut über die Kälte am Wochenende. Der Weihnachtsmarkt hatte in Greifswald am Samstag eröffnet, die Stadt war an beiden Tagen rappelvoll und viele Kunden kamen zu uns in die Läden.“ Die Renner: Alles, was warm hält.

Auch Rostocks City-Manager Peter Magdanz sagt: „Es läuft ganz gut. Wir erreichen mindestens Vorjahresniveau oder liegen sogar leicht darüber. Es war ein guter Start in die weihnachtliche Advents-Einkaufszeit. Dadurch, dass es am Sonntag geschneit hat, ist natürlich Winterbekleidung gut gegangen. Die Leute kaufen halt erst, wenn es kalt wird. Und die Kunden lieben ihren stationären Einkauf.“ In der Geschenkebranche seien die üblichen Verdächtigen wie Spiel- und Sportwaren, Elektrogeräte und auch Adventsschmuck- und Dekoartikel wieder sehr gut gegangen. Auch Johannes Hülsmann, Geschäftsführer der Rostocker Galeria Kaufhof, bestätigt das. Seiner Einschätzung nach seien in der Geschenkebranche vor allem klassische Bausätze von Lego und anderen Anbietern die Renner gewesen.

Der deutsche Einzelhandel zumindest ist mit dem Geschäft zum ersten Advent verhalten zufrieden. Das ergab eine am Sonntag veröffentlichte Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) unter 400 Unternehmen aller Größen, Standorte und Branchen. Die Einschätzung der Händler falle zu diesem Zeitpunkt etwas besser aus als im Vorjahr, hieß es. Insbesondere größere Unternehmen berichteten von guten Geschäften. Zufriedenstellende Umsätze wurden demnach in den für Geschenke beliebten Bereichen Spielwaren und Unterhaltungselektronik verzeichnet. Auch bei Gutscheinen und warmer Winterkleidung hätten Kunden in der Woche vor dem ersten Advent häufig zugegriffen.

Insgesamt geht der HDE davon aus, dass Geschäfte und Online-Händler in den letzten beiden Monaten des Jahres mit rund 94,5 Milliarden Euro einen Rekordumsatz erzielen werden. Das wären drei Prozent mehr als im Weihnachtsgeschäft 2016.

Der Einzelhandelsverband Mecklenburg-Vorpommern erwartet im Umsatz nach diesem einzigen verkaufsoffenen Wochenende im Advent, zugleich umsatzstärkster verkaufsoffener Sonntag, eine Steigerung von rund zwei Prozent zum Vorjahr. Insgesamt rechnet der Handel wegen der geringen Inflation mit einer guten Konsumquote im Weihnachtsgeschäft von rund 1,5 Milliarden Euro in Mecklenburg-Vorpommern.

Verkaufsoffene Sonntage im Adventsflair

Geschenkejäger können losziehen: Mit dem verkaufsoffenen Sonntag am 1. Advent ist der Einzelhandel in das Weihnachtsgeschäft gestartet. In zahlreichen ostdeutschen Städten konnten sich am Sonntag die Kunden durch Geschäfte und Shoppingmalls kämpfen, unter anderem in Weimar, Halle und Potsdam. Für den Einzelhandel ist das Weihnachtsgeschäft vor allem in Zeiten weiter wachsender Konkurrenz durch den Internet-Versandhandel ein wichtiges Standbein. In diesem Jahr müssen sich die Weihnachtsshopper besonders sputen, weil Heiligabend und vierter Advent auf einen Tag fallen. Beispielsweise in Thüringen und Sachsen-Anhalt dürfen die Geschäfte am 24. Dezember nicht öffnen.

Antje Bernstein und Michael Meyer

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