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Wirtschaft Firmen haben volle Auftragsbücher: Baupreise steigen
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12:54 19.04.2018
Wohnungsbau in der Berliner Straße in Ribnitz-Damgarten. Quelle: Robert Niemeyer
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Rostock

Handwerk hat goldenen Boden: Für die Baubranche trifft dies zu - nach einer langen Durststrecke. Denn jetzt sind die Auftragsbücher der Unternehmen randvoll, die Firmen sind vier bis sechs Monate im voraus ausgelastet. Private Bauherren und öffentliche Auftraggeber müssen daher in diesem Jahr mit längeren Wartezeiten und höheren Baupreisen rechnen.

In dieser deutlich positiven Stimmung treffen sich seit gestern Vertreter der Baubranche zu ihrem Verbandstag in Rostock. Die positive Konjunktur solle fortgesetzt werden, erklärt Jörg Schnell, Hauptgeschäftsführer des Landes-Bauverbandes. 2017 verzeichnete die Branche bereits mit knapp 2,2 Milliarden Euro einen Gesamtumsatz in Rekordhöhe. Jedoch: Für Konfliktstoff könnte die schwierige Situation in der Ausbildung junger Leute sorgen.

„In Mecklenburg-Vorpommern herrscht zurzeit Normalität am Bau“, erklärt Rainer Bauer, Präsident des Bauverbandes MV. Von einem Bauboom würde er noch nicht sprechen. Nicht solange es im Land nur 15.500 Bauarneiter geben würde. Einen Bauboom würde er erst sehen, wenn deren Anzahl auf 30.000 angestiegen sei. „Die Preise werden in den kommenden fünf Jahren um etwa 30 Prozent ansteigen“, betont Bauer. Die Verteuerung habe drei Gründe: Zu je einem Drittel liege sie an veränderten staatlichen Verordnungen oder Gesetzen, etwa zum Energiesparen oder zur Arbeitssicherheit. Dazu kämen höhere Materialkosten sowie steigende Löhne, sagt Bauer. Gute Löhne seien wichtig, um gute Mitarbeiter zu bekommen. Übrigens: In den vergangenen fünf Jahren seien die Baupreise in MV bereits um 20 Prozent gestiegen.

Zurzeit laufen die bundesweiten Tarifverhandlungen im Baugewerbe. Die Gewerkschaft IG Bau fordert unter anderem sechs Prozent mehr Gehalt für zwölf Monate und die Bezahlung der Wegezeit zu den Baustellen. Die Arbeitgeber bieten sechs Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Am 16. April wird weiter verhandelt.

Kritik an dieser Entwicklung kommt von der Wohnungswirtschaft in MV. Der Bauboom sorge für steigende Baukosten, weil sich dadurch oft die Bauzeit verlängert oder erst mehrere Monate verspätet mit dem Bau begonnen werden kann, erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen. Das erschwere es Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Die Landesregierung müsse die gestiegenen Baukosten bei der Wohnungsbauförderung mehr als bisher berücksichtigen.

Die Bauwirtschaft selbst hat in MV noch mit einem ganz anderen Problem zu kämpfen: dem fehlenden Berufsnachwuchs. Die Anzahl der Berufsanfänger im Land beschränke sich zurzeit auf 200. „Das gegenwärtige System mit drei Standorten für die schulische Ausbildung in Bauberufen ist ineffizient“, meint Bauer. Deshalb soll in Rostock ein „Baucampus“ entstehen, der die theoretische und berufspraktische Ausbildung für alle Bauberufe vereint.

Bernhard Schmidtbauer

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