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Geflügelpest: Backhaus ordnet Stallpflicht an

Schwerin Geflügelpest: Backhaus ordnet Stallpflicht an

Bisher 13 bestätigte Fälle des aggressiven H5N8-Virus bei Wildvögeln.

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In Mecklenburg-Vorpommern gilt ab Montag wegen der Vogelgrippe für das ganze Land eine Stallpflicht. (Symbolfoto)

Quelle: Carsten Rehder / Dpa

Schwerin. Die gefährliche Vogelgrippe oder Geflügelpest, eine hochansteckende Tierseuche, hat MV erreicht. Eine auf der Insel Riems gefundene tote Reiherente und zwölf Wildenten auf der Insel Greifswalder Oie  waren mit dem aggressiven H5N8-Virus infiziert. Weitere Verdachtsfälle gibt es auf dem Darß (Höckerschwäne), der Insel Ruden (Wildenten) und am Schweriner See (Reiherenten). Agrarminister Till Backhaus (SPD) hat am Donnerstag eine Stallpflicht für Nutzgeflügel im ganzen Land angeordnet. Ab Montag, 0 Uhr, müssen alle Tiere eingesperrt sein. Bislang handele es sich nur um Wildvögel, so Backhaus. Er schließt aber den Katastrophenfall nicht aus, wenn die Seuche auf Nutztiere übergreift, und hält sogar Stallpflicht in ganz Deutschland für denkbar. Dazu sei er mit Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) im Gespräch. Denn auch in Schleswig-Holstein und am Bodensee ist das Virus in toten Vögeln nachgewiesen worden.

Die Stallpflicht gelte für alle Nutzvögel – bei gewerblichen und privaten Geflügelhaltern, stellt Backhaus klar: „Es wird keine Ausnahmen geben.“ Denn die Lage sei „sehr ernst“. Backhaus: „Es handelt sich hier um einen hochansteckenden Erreger.“ Es müsse alles getan werden, um eine Übertragung auf Nutztiere zu verhindern. Dazu zählten Kontrollen, strikte Einhaltung von Tierseuchen-Auflagen oder Restriktionen beim Fleischverkauf. Um die Fundorte werde eine Drei-Kilometer-Sperrzone und eine Zehn-Kilometer-Zone für Beobachtung errichtet. Auf Säugetiere sei das Virus nicht übertragbar, so Dirk Freitag, Abteilungsleiter im Ministerium.

Gefunden wurde das erste durch H5N8 infizierte Tier ausgerechnet auf der Insel Riems, wo das renommierte Tierseuchen-Referenzlabor des Friedrich-Löffler-Instituts seinen Sitz hat. Dessen Chef Prof. Thomas Mettenleiter spricht von einem „Déjà-vu“ zum Jahre 2006, als das auch für Menschen gefährliche H5N1-Virus das Land in Schach hielt. Mettenleiter: „Wir haben derzeit ein großes Infektionsgeschehen bei Wildvögeln.“ Auch in Ungarn, Polen und Kroatien seien Fälle bekannt. In Schleswig-Holstein gebe es einen Verdachtsfall bei Nutzgeflügel. Dort verendeten 18 Puten – Ergebnis: offen.

Backhaus ist besorgt. Grund: Das Virus sei bereits in verschiedenen Regionen des Landes aufgetaucht, dabei habe der Herbstzug der Wildvögel erst begonnen. „Wir sind auf das Schlimmste vorbereitet.“ Geflügelhalter sind entsetzt: Er wisse gar nicht, wie er die Stallpflicht bei Tausenden Enten und Gänsen in Freilandhaltung umsetzen soll, sagt Gerd Stratmann vom Pommernhof östlich von Rostock. Der Landesbauernverband fordert vorsorglich Entschädigung für wirtschaftliche Ausfälle.

Frank Pubantz

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Kiel/Riems
Eine tote Reiherente schwimmt am Dienstag am Ufer des Großen Plöner Sees in Plön (Schleswig-Holstein).

Nach dem Vogelsterben an mehreren Seen in Schleswig-Holstein und an der deutsch-polnischen Grenze in der Nähe von Stettin sollten sich nun auch Geflügelhalter in Mecklenburg-Vorpommern auf eine Stallpflicht einstellen.

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