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Wirtschaft Heftige Debatte über Windkraft-Studie
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06:10 06.09.2017
Windräder in der Nähe von Gägelow (Landkreis Nordwestmecklenburg). Eine Studie über Erzeugung und Verbrauch von Windstrom hat eine heftige Debatte ausgelöst. Quelle: Jens Büttner/dpa
Rostock

Große Resonanz hat die Studie über Erzeugung und Verbrauch von Windstrom, erstellt von Unternehmer und FDP-Energieexperte Michael vom Baur aus Admannshagen (Kreis Rostock), ausgelöst. Im Vorjahr sei „Strommüll“ für rund 150 Millionen Euro erzeugt worden, stellt vom Baur fest. Er hatte als Erster Daten übereinandergelegt und veröffentlicht. Viele Leser sehen sich in ihrer Skepsis zur Energiewende bestätigt. Die Umsetzung sei „purer Dilettantismus“, erklärt etwa Manfred Göddertz aus Bergen.

Zu einem völlig anderen Urteil kommt Johann-Georg Jaeger, Energie-Experte der Grünen in MV. Die Studie werde „keinem wissenschaftlichen Anspruch gerecht“, Ergebnisse seien „kaum nachvollziehbar“, stellt er fest. So vermisse er umfassende Datengrundlagen. Allerdings werfe die Studie Fragen zur Energiewende auf, „die gelöst werden müssen und für die es schon Lösungsansätze gibt“. Einen, wie von FDP-Mann Michael vom Baur geforderten Neustart der Energiewende, lehne er ab. Denn die Energiewende sei beschlossen worden, um aus der Nutzung von Atomkraft und fossilen Energieträgern auszusteigen.

Eine ähnliche Einschätzung gab Energieminister Christian Pegel (SPD) ab. Die Studie sei aus seiner Sicht vielmehr politisch motiviert. Die Vereinigung der Unternehmensverbände MV dagegen forderte eine neue Debatte über Sinn oder Unsinn der Energiewende.

Vom Baur hatte festgestellt: In MV falle immer dann viel Strom aus Windkraftanlagen an, wenn sowieso Überangebot herrsche, aber nicht dann, wenn Verbraucher den höchsten Bedarf haben. Das sorge dann für Tiefpreise an den Strombörsen. Dazu hatte der Ingenieur Tausende Datensätze des Energieversorgers 50 Hertz ausgewertet. Seine Schlussfolgerung: „Wir brauchen keinen weiteren Windkraftausbau, der die Strommüll-Spitzen nur vergrößern würde.“ Die von der Politik proklamierte Verdopplung der Windkraftkapazität sei der falsche Weg. Auch CDU-Bundestagsmitglied Eckhardt Rehberg hat den OZ-Artikel über die Windstrom-Studie aufmerksam gelesen. „Ich halte die Ergebnisse für nachvollziehbar“, sagte Rehberg am Dienstag. „Darüber mache ich mir schon sehr lange Gedanken.“ Wichtig sei vor allem, dass mehr Infrastruktur für die Ableitung von Windstrom und Speicherkapazitäten geschaffen werden. Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) in MV greift die Debatte nun auf: Im Oktober sollen Studien-Vater vom Baur und Minister Pegel bei einer Tagung in Rostock über das Thema diskutieren. „Sollte spannend werden“, so VDI-Geschäftsstellenleiterin Heidelore Bühler.

Frank Pubantz

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