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Wirtschaft Drogerie-Kette dm: MV schafft großen Umsatzsprung
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11:28 26.10.2018
Verena Siech (l.) lernt bei der dm-Drogeriekette im Rostocker Cittipark Drogistin. Filialleiterin Andrea Kolbe ist ihre Ausbilderin. Quelle: MARTIN BÖRNER
Rostock

Ein Umsatzplus von 8,7 Prozent – es ist eine Bilderbuchbilanz, die Susan Petzold und ihre Teams in Mecklenburg-Vorpommerns dm-Drogerien hingelegt haben. „Ein tolles Ergebnis“, lobt die Regionalvertreterin von Europas größter Drogeriemarkt-Kette ihre fast 330 Mitarbeiter für deren Einsatz im jüngsten Geschäftsjahr, das im September zu Ende ging. Laut Handelsverband Nord liegt in MV der Umsatzzuwachs im Einzelhandel bei zwei bis drei Prozent pro Jahr.

Auch bundesweit festigte der Konzern im Zeitraum 2017/18 seine Spitzenposition. Auf 8,1 Milliarden Euro stieg der Umsatz nach 7,8 Milliarden im Jahr zuvor. Im ostdeutschen Norden hätten sich die erst 2016 in Greifswald und Stralsund eröffneten Filialen „besonders dynamisch“ entwickelt, berichtet Susan Petzold. Auch die Erweiterung des Foto-Services in zwei Rostocker Geschäften habe das Ergebnis zusätzlich gepusht. Auf Bundesebene sei es dem Marktführer gelungen, größeren Supermärkten Marktanteile im Drogerie-Segment abzunehmen.

Suche nach neuen Standorten

21 Filialen betreibt der dm-Konzern derzeit in Mecklenburg-Vorpommern, so in Wismar, Bergen, Bad Doberan, Schwerin und Anklam. Am stärksten vertreten ist das 1973 in Karlsruhe (Baden-Württemberg) gegründete Unternehmen in Rostock mit fünf Drogerie-Märkten. Im nächsten Frühjahr kommen in Schwerin und Neubrandenburg weitere Geschäfte hinzu. „Außerdem sind wir auf der Suche nach neuen Standorten“, sagt Susan Petzold. „In Ribnitz-Damgarten wären wir gern“. Auch eine zweite Filiale in Neubrandenburg könne sie sich gut vorstellen, meint die 28-Jährige, die seit vier Jahren Gebietsverantwortliche für Mecklenburg-Vorpommern ist und in Bentwisch bei Rostock wohnt.

Geeignete Standorte zu finden, sei gar nicht so einfach, berichtet die junge Frau, die nach ihrem Betriebswirtschafts-Studium auch schon Filialleiterin in Thüringen und Schleswig-Holstein war. Denn dm setzt auf „großzügige, familienfreundliche Geschäfte mit breiten Gängen, in denen sich auch Menschen mit Kinderwagen oder Rollator gut bewegen können“. Mindestens 600 Quadratmeter groß sollten die Ladenflächen im Schnitt sein. Denn zum Firmenkonzept gehören neben dem klassischen Drogeriesortiment auch Fotostation, Babykleidung und Bio-Ware. „Bei Lebensmitteln konzentrieren wir uns aber auf das, was der Gesundheit dient“, betont Susan Petzold. Chips, Cola oder Wein gehören nicht dazu.

Allerdings: Im Norden dominiert weiterhin die Rossmann-Konkurrenz, die in MV 65 Filialen mit rund 860 Mitarbeitern beschäftigt. Das hat vor allem historische Gründe. Jahrzehntelang hatten die drei großen deutschen Drogeriekonzerne Rossmann, Schlecker und dm – alle drei in den 1970er Jahren als Familienunternehmen gegründet – den Markt weitgehend untereinander aufgeteilt. Nach 1990 dehnten sie ihre Aktivitäten in die neuen Bundesländer und nach Osteuropa aus. 2012 meldete Schlecker, zuvor bundesweit die Kette mit den meisten Filialen, Insolvenz an. Die aus Niedersachsen stammende und vor allem in Norddeutschland stark vertretene Rossmann-Gruppe expandiert gen Süden, dm erobert Terrain im Norden.

Drogist – ein alter, fast ausgestorbener Beruf

Als „Markenzeichen“ strebt die dm-Kette zudem „eine hohe Beratungskompetenz“ an, wie ihre MV-Chefin betont. Lehrlinge würden zum Beispiel zu Drogisten ausgebildet, „einem schon fast ausgestorbenen Beruf, der Spezialwissen verlangt“, beschreibt Susan Petzold das Berufsbild – eine „Mischung aus Apotheken- und Einzelhandelskaufleuten“. Die Aussicht mit dem Sachkundeschein auch Arzneimittel verkaufen zu dürfen, findet Verena Siech, die in einer Rostocker dm-Filiale lernt, besonders interessant. Zur Berufsschule musste Firmennachwuchs, der sich mit Kosmetik und Waschmitteln ebenso auskennen muss wie mit Baldrian und Lavendel, nach Neumünster. Seit drei Jahren gibt es auch eine Klasse in Rostock.

Um die Wachstumspläne umzusetzen, sind neue Mitarbeiter willkommen bei dm. „Aktuell könnten wir 35 Stellen besetzen und außerdem 23 Lehrlinge aufnehmen, am besten für jede Filiale einen“, meint Susan Petzold. Abiturienten könnten sich auch für ein Duales Studium bewerben. Von vielen Mitarbeitern seien Teilzeit-Stellen gewünscht. Die meisten Beschäftigten würden sich für 20- bis 30-Wochenstunden-Stellen bewerben. „Wir haben aber auch Vollzeitjobs“, betont die Gebietschefin. Das Besondere: Bei der Drogeriekette gibt es keine festen Schichtpläne. „Die Mitarbeiter können sich so in die Einsatzpläne eintragen, wie sie ihre Arbeit am besten mit Kita-Zeiten oder Freizeitplänen vereinbaren können“, meint Petzold, „meistens geht das auf“.

Elke Ehlers

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