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Mieten und Immobilienpreise in MV steigen rasant

Rostock Mieten und Immobilienpreise in MV steigen rasant

Index: Neumieter im Land zahlen bis zu 630 Euro mehr pro Jahr als noch 2008. Weil immer mehr Menschen in Eigentum investieren, werden auch Häuser kostspielig.

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Kostspielige Angelegenheit: Wohnen wo andere Urlaub machen.

Quelle: Keystone

Rostock. Die Kosten für Mietwohnungen und Eigentumsimmobilien in Mecklenburg-Vorpommern steigen: Vor allem diejenigen, die einen neuen Mietvertrag abschließen, müssen draufzahlen.

Das ist das Ergebnis eines vom unabhängigen Hamburger Forschungsinstitut „Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH“ (F+B) erstellten Index. Beispiel Rostock: Für eine durchschnittlich gelegene 75-Quadratmeter-Wohnung würden derzeit 480 Euro pro Monat fällig, 6,40 Euro pro Quadratmeter, so die Studie. Vor fünf Jahren seien es noch 12,3 Prozent weniger gewesen (5,70 Euro/ Quadratmeter). Auf ein Jahr gerechnet zahlt der Neumieter also 630 Euro mehr.

„In den vergangenen acht Jahren hat es kaum Geschosswohnungsbau im Land gegeben. Und was knapp wird, wird teuer“, erklärt Tom Hübner, Landesvorsitzender des Immobilienverbandes. Auch in Stralsund, Greifswald und Wismar stiegen binnen fünf Jahren die Neumieten um 30 Cent pro Quadratmeter. Bei einer 75 Quadratmeter-Wohnung sind das 270 Euro mehr im Jahr. Deutschlandweit seien die Neumietpreise seit Mitte 2012 um 2,1 Prozent angestiegen. Auch die Bestandsmiete habe sich bundesweit um ein Prozent erhöht.

Nennenswerte Mieterhöhungen gebe es in MV bei Neuvermietungen, sagt Peter Hitpaß vom Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen. In Rostock oder Greifswald, aber auch an der Mecklenburgischen Seenplatte sei die Wohnraum-Nachfrage groß. Hier würden viele Unternehmen neu bauen. „Wegen gestiegener Baukosten werden die neuen Wohnungen teurer vermietet als die im Bestand“, so Hitpaß.

Grundsätzlich gebe es aber keine nennenswerten Mieterhöhungen, meint der Verbandssprecher. „Die Panikmache, die mit solchen Studien betrieben wird, trifft bei uns nicht zu“, betont Hitpaß. „Unsere Unternehmen haben eine Netto-Kaltmiete von durchschnittlich 4,80 Euro — seit Jahren“.

Auf Stabilität setzt auch das größte Immobilienunternehmen im Nordosten, die Wiro in Rostock: Die Nettokaltmiete habe 2012 bei 5,56 Euro pro Quadratmeter gelegen. 2011 waren es nur vier Cent weniger. Seit 2009 seien die Mieten um lediglich zwei Prozent gestiegen — vor allem um die Inflationsrate auszugleichen. Im selben Zeitraum erhöhten sich die Lebenshaltungskosten um 5,5 Prozent. Die durchschnittliche monatliche Nettokaltmiete in Rostock wuchs dem „Qualifiziertem Mietspiegel“ 2013 zufolge um 3,4 Prozent.

Laut F+B-Index ist auch Wohneigentum teurer geworden. 5,8 Prozent mehr müsse ein Interessent bundesweit für eine Durchschnitts-Wohnung hinlegen, 2,3 Prozent mehr für ein Eigenheim. „Auch in unserem Land gibt es eine deutliche Preissteigerung, die weit über den Zahlen der Studie liegt“, bestätigt Verbandschef Hübner. Weil die Zinsen niedrig seien und die Zukunft der Währung unsicher, sei Wohneigentum als Kapitalanlage gefragt. Doch die Vielzahl der Interessenten triebe die Preise hoch, so der Experte. „Je mehr man aufs Land kommt, desto geringer ist die Preissteigerung. Aber selbst dort ist sie da.“

Mietpreisbremse als Wahlkampfthema
Beim Abschluss eines neuen Mietvertrages können Vermieter die Miete nahezu beliebig festsetzen. In angespannten Wohnungsmärkten liege die Neumiete oft deutlich über den Mieten in bestehenden Mietverhältnissen, so der Deutsche Mieterbund, der eine Obergrenze fordert. Union, SPD und Grüne versprechen eine Mietpreisbremse. Der Wohneigentümerverband „Haus & Grund“ hatte sich gegen staatliche Regulierungen ausgesprochen.

 

 

Antje Bernstein

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Von Antje Bernstein

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