Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Neustart nach Ostsee-Sturmflut: Kioskbetreiberin atmet auf

Zempin Neustart nach Ostsee-Sturmflut: Kioskbetreiberin atmet auf

Ihr zerstörter Verkaufsstand war das Symbolbild des Januar-Hochwassers in MV / Zum Saisonstart hat die Usedomerin Petra Hofmann nun einen Kiosk

Voriger Artikel
Dem Kalender zwei Wochen voraus: Die ersten Obstbäume blühen
Nächster Artikel
Leitungswasser im Restaurant: Anrecht oder Geschenk?

Kioskbetreiberin Petra Hofmann steht vor dem neuen Imbiss am Zempiner Promenadenplatz. Der mobile Kiosk ist ein Provisorium. FOTOS (2): STEFAN SAUER/DPA

Zempin. . Ein zerstörter Kiosk an der Steilküste des Seebades Zempin auf der Insel Usedom: In der Nacht zum 5. Januar hatten Wassermassen mit gewaltigen Kräften bei der schwersten Sturmflut seit mehr als zehn Jahren an der Ostseeküste genagt – Bäume entwurzelt, Strandzugänge und Treppen zerstört. Vom an der Abbruchkante stehenden Kiosk in Zempin blieb nur die Vorderfront stehen, der größte Teil des Imbisses verschwand in jener Nacht in den Wellen der Ostsee.

OZ-Bild

Ihr zerstörter Verkaufsstand war das Symbolbild des Januar-Hochwassers in MV / Zum Saisonstart hat die Usedomerin Petra Hofmann nun einen Kiosk

Zur Bildergalerie

Kioskbetreiberin Petra Hofmann schaute damals auf die Trümmer ihres Geschäfts – drei Monate später gibt es nun für sie einen ersten Lichtblick.  Mit einer Runde Bratwurst für geladene Gäste nahm Hofmann am Donnerstag einen mobilen Ersatzkiosk in Betrieb. Ein Akt mit Symbolkraft, zu Ostern – dem traditionellen Saisonstart der Tourismusbranche – soll er dokumentieren, dass die gröbsten Sturmflut-Schäden beseitigt sind. Auch Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU), mit Förderzusicherungen über 5,6 Millionen Euro für die Insel Usedom im Gepäck, ließ

sich die Bratwurst in Zempin schmecken. „Wir lassen die Gemeinden nicht im Regen stehen“, so die Botschaft des Ministers.  

Kioskbetreiberin Hofmann freut sich, dass sie nach dem symbolischen Start vom Donnerstag jetzt wieder loslegen kann. Doch ist der am Promenadenplatz stehende mobile Kiosk – als Leihvariante – kleiner als der alte Imbiss und erst einmal ein Provisorium. Die Speisekarte konzentriert sich in den nächsten zwei Monaten auf die Kerngerichte am Strand: Fischbrötchen, Bratwurst, Kuchen und Kaffee. Der neue Kiosk ist in der Ausschreibung. Dort will Hofmann dann auch wieder Fischsuppen und gebratenen Fisch anbieten. Stehen soll der neue Kiosk unweit des alten Stellplatzes, aber ein Stück weiter weg von der Steilküste.

Die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns erlebt zu Ostern den ersten großen Gästeansturm. Groß war die Sorge, dass die Auswirkungen der Sturmflut für den Gast dann noch spürbar sind. Doch die betroffenen Gemeinden hatten bereits unmittelbar nach dem Hochwasser kräftig angepackt. Allein am 13 Kilometer langen Strandabschnitt zwischen Zempin und Ückeritz wurden rund 3000 Tonnen angespülter Müll geborgen. Im Strandbereich von Zempin mussten rund 300 abgestürzte oder vom Absturz bedrohte Bäume entsorgt werden. Das Land hatte nach der Flut einen bis zu 25 Millionen Euro schweren Hilfsfonds aufgelegt. Bislang sind 52 Förderanträge über 13,6 Millionen Euro beim Land eingegangen.

Auch wenn die Strände aufgeräumt sind, sind noch nicht alle Schäden beseitigt. Strandtreppen und Wege, die bislang provisorisch hergerichtet wurden, müssen repariert werden.

Wirtschaftsminister Glawe appellierte an die Gemeinden, die Planungen für die von der Sturmflut geschädigten Vorhaben weiter zügig voranzutreiben und umzusetzen. Der Bürgermeister von Zempin, Werner Schön (parteilos), ist mit dem Engagement des für die touristische Infrastruktur zuständigen Wirtschaftsministeriums zufrieden.

Kritik übt Schön hingegen am SPD-geführten Umweltministerium, das für den Küstenschutz zuständig ist. „Wir Zempiner fühlen uns vom Umweltministerium allein gelassen“, sagt Schön. Auf Vorschläge der Gemeinde, die Küste nachhaltig gegen weitere Abbrüche zu schützen, sei das Ministerium nicht eingegangen. „Zempin liegt an der schmalsten Stelle der Insel Usedom.“

Wirtschaftsminister Glawe regte eine Machbarkeitsstudie an, um Gefährdungspotenziale an den Küsten Usedoms auszumachen und an neuralgischen Stellen den Küstenschutz zu verstärken.

Umweltminister Till Backhaus hatte dagegen betont, dass die Schutzanlagen auf Usedom keine Defizite aufweisen – im Gegensatz zu anderen Küstenregionen. Bedrohliche Schäden an den Dünen in Graal-Müritz (Landkreis Rostock) und Wustrow (Landkreis Vorpommern-Rügen) wurden laut Umweltministerium bereits beseitigt. Dort hatte das Meer Dünen auf je mehreren hundert Metern Länge abgetragen. Auf der Insel Rügen sowie bei Lubmin (Landkreis Vorpommern- Greifswald) sind  Sandaufspülungen geplant.

Martina Rathke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Ribnitz-Damgarten/Stralsund

Auf der Kreisstraße 1 in Dierhagen wird der Durchlass erneuert / Vollsperrung ab heute zwischen Prerow und Zingst

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.