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Wirtschaft Pflegelücke in MV: Kommen bald Fachkräfte aus Vietnam?
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05:39 04.12.2017
Fachkräfte aus dem Ausland könnten künftig stärker dazu beitragen, den Pflegenotstand in Mecklenburg-Vorpommern zu lindern. (Symbolfoto) Quelle: Patrick Pleul / Dpa
Rostock

Fachkräfte aus dem Ausland könnten künftig stärker dazu beitragen, den Pflegenotstand in Mecklenburg-Vorpommern zu lindern. Der Ehrenpräsident des Kuratoriums Gesundheitswirtschaft, Horst Klinkmann, geht davon aus, dass der künftige Personalbedarf in diesem Zweig „nicht allein durch deutsche Arbeitnehmer“ gedeckt werden kann. Nach Branchenangaben werden im Pflegebereich pro Jahr bis zu 3000 neue Fachkräfte gebraucht. „Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir dem Bedarf künftig auch durch Integration besser gerecht werden“, meint Klinkmann.

Ein Teil dieser Fachkräfte könnte laut Klinkmann aus Vietnam kommen. Im Sommer sei dazu eine Absichtserklärung mit der vietnamesischen Seite geschlossen worden. „Unsere Idee ist, dass in Vietnam Pfleger nach deutschen Standards und in deutscher Sprache ausgebildet werden“, erläutert der Rostocker Mediziner, der als „Botschafter“ der Landesregierung dazu beiträgt, im Gesundheitsbereich internationale Kontakte und Kooperationen anzubahnen.

Delegation aus MV reist nach Vietnam

Angestrebt werde „ein größeres Projekt, bei dem nach deutschem Vorbild im dualen System 2000 bis 3000 Pflegekräfte geschult werden“. Ein Teil der Ausbildung könne in MV durchgeführt werden. Klinkmann: „Das eröffnet gute Möglichkeiten, dass diese Menschen dann auch hierbleiben.“ Mitte Dezember reist eine MV-Delegation zu einem Arbeitsbesuch nach Vietnam, um „diese neuen Modelle der Fachkräftequalifizierung auszuloten“, berichtet Klinkmann.

Die Initiative soll zudem dem „grauen Markt“ in der Pflege entgegenwirken. In ihrer Not würden Familien über Vermittlungsagenturen Helfer aus Polen, der Ukraine und anderen osteuropäischen Ländern engagieren, denen häufig jedoch die Ausbildung fehlt.

Problem: Anerkennung der Abschlüsse

Die Integration ausländischer Pflegekräfte war schon vor zwei Jahren auf der Nationalen Branchenkonferenz in Hohe Düne ein Thema. Dort war vereinbart worden, Fachpersonal aus Portugal nach MV zu holen. „Da sind wir dran“, bekräftigt Klinkmann. Bisher scheitere die Absicht aber an bürokratischen Hürden. So würden Berufsabschlüsse aus anderen EU-Ländern in Deutschland noch nicht adäquat anerkannt.

Das Schweriner Sozialministerium zeigt sich offen dafür, mehr Migranten und ausländische Fachkräfte in der Pflege zu beschäftigen. „Generell sind wir da aufgeschlossen“, betont Ministeriumssprecher Alexander Kujat. In MV sind rund 79 000 Menschen (Stand Ende 2015) pflegebedürftig. Bis 2030 steigt die Zahl der Pflegebedürftigen laut Prognosen auf etwa 100 000. Das Ministerium verweist aber darauf, dass mit der zunehmenden Zahl der Pflegebedürftigen auch die Zahl der Mitarbeiter im Pflegebereich wächst. Kümmerten sich im Jahr 2001 landesweit etwa 12 000 Beschäftigte um Pflegebedürftige, waren es 2015 rund 25 000. Rund 60 000 der 79 000 Pflegebedürftigen werden durch Angehörige oder durch ambulante Pflegedienste zu Hause betreut.

Elke Ehlers und Martina Rathke

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