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Schlecht bezahlt: Mehrheit verdient weniger als 1500 Euro

Rostock Schlecht bezahlt: Mehrheit verdient weniger als 1500 Euro

Mit einem Nettoverdienst zwischen 900 und 1500 Euro müssen fast 300 000 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern auskommen. Weitere 110 400 bekommen sogar unter 900 Euro.

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Banknoten liegen auf einem Tisch (Symbolbild).

Quelle: Jens Wolf/dpa

Rostock. Fast 300 000 Erwerbstätigen in Mecklenburg-Vorpommern verdienen monatlich zwischen 900 und 1500 Euro netto. Das geht aus der amtlichen Mikrozensus-Befragung hervor. Weitere 110 400 Beschäftige erhalten nach dieser Erhebung pro Monat sogar weniger als 900 Euro. Insgesamt sind in MV etwa 760 000 Frauen und Männer im Land erwerbstätig.

 

Nach einer aktuellen Debatte im Landtag entbrennt jetzt erneut die Diskussion um höhere Einkommen. „Die Löhne in unserem Land müssen steigen“, forderte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Die Landesregierung hatte Anfang dieser Woche beschlossen, nach Wegen zur Verbesserung der Einkommenssituation zu suchen. Bis Dezember sollen zwei Arbeitsgruppen Vorschläge für neue Förderrichtlinien sowie zur Änderung des Vergabegesetzes erarbeiten. Der Vorstoß der Landesregierung zielt darauf, die Schaffung unbefristeter tarifgebundener Arbeitsplätze zu befördern.

Kabinetts-Chefin Schwesig hatte darauf verwiesen, dass das monatliche Durchschnittseinkommen für Vollzeit-Beschäftigte in MV bei nur 2306 Euro brutto liegt und damit 800 Euro niedriger ist als in den alten Bundesländern.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert Taten. Viele Menschen bekämen nur Teilzeit- oder Minijobs. „Damit kann man den Durchschnittslohn nicht erreichen“, sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord. Was fehlt, seien „Angebote zu Vollzeitarbeit, die tariflich entlohnt wird“. Insbesondere im Handel, Gastgewerbe und weiteren Dienstleistungsbereichen würden niedrige Einkommen gezahlt.

Bei der Mikrozensus-Befragung hatten 77 Prozent der Erwerbstätigen im Land angegeben, netto pro Monat weniger als 2000 Euro zu verdienen. Zur Gruppe der Spitzenverdiener mit mehr als 3200 Euro netto gehören in MV dagegen nur 5,5 Prozent der Beschäftigten.

Laut DGB verdient jeder zweite Vollzeitbeschäftigte im ostdeutschen Gastgewerbe pro Monat maximal 1587 Euro. Danach kommt eine alleinerziehende Mutter mit einem Kind auf einen Nettoverdienst von monatlich rund 1200 Euro.

Elke Ehlers

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