Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Von der Köchin zur Kommandantin
Nachrichten MV aktuell Wirtschaft Von der Köchin zur Kommandantin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:06 09.10.2017
Janice Smith wanderte 1988 als Teenagerin aus Jamaika in die USA ein – heute ist sie Kommandantin eines Zerstörers. Quelle: Fotos: Frank Behling
Anzeige
Rostock

In diesem Jahr zeigt die US-Marine so intensiv auf der Ostsee Flagge wie lange nicht: Seit April ist fast ununterbrochen ein großes Kampfschiff mit dem Sternenbanner im Mast zwischen Turku und Mecklenburger Bucht unterwegs. Derzeit operiert der Zerstörer „Oscar Austin“ in der Ostsee. Ein Schiff der „Arleigh Burke“-Klasse, von denen die US-Marine 66 Einheiten in Dienst hat.

Janice Smith kreuzt derzeit mit dem US-Zerstörer „Oscar Austin“ in der Ostsee. Knapp 50 der 350 Soldaten an Bord sind weiblich.

Das 154 Meter lange Kampfschiff mit den 92 Startschächten für Flugkörper besitzt eine Besonderheit: Das Kommando über die knapp 350 Soldaten hat eine in Jamaika geborene Offizierin. Commander Janice Smith wanderte 1988 als Teenagerin in die USA ein und kam nach Florida.

Auf Anraten ihrer Großmutter meldete sie sich zur US-Navy. Sie startete als Köchin auf einem Depotschiff in Mayport/Florida. Die Zeit an Bord weckte bei Janice Smith die Begeisterung für mehr: Der High-School-Abschluss aus Jamaika wurde anerkannt, die Laufbahn der Offiziere stand ihr offen. Nach einem Wirtschafts-Studium und einer Ausbildung zum Waffenleitoffizier wurde ihr Fachgebiet der Einsatz von Marschflugkörpern. 2008 folgte dann der nächste Studiengang: Schwerpunkt Nationale Sicherheit und Strategie. „Die Marine bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten für die Laufbahn als Offizier.“ Natürlich sei ihr Weg auch eine Form des „American Dream“, sagt sie. In der US-Navy gab es schon damals Karrieremöglichkeiten, wie man sie sich in der Deutschen Marine auch heute kaum vorstellen kann. Mit Begeisterung, Ehrgeiz und guten Beurteilungen arbeitete sich Smith die Karriereleiter hoch. Jetzt ist sie die zweite farbige Kommandantin eines so großen Kampfschiffes. Zum Vergleich: In der Deutschen Marine hat es bislang noch keine Frau auf den Kommandantenposten einer Fregatte geschafft. Gegenwärtig hat nur das deutsche Minenjagdboot „Bad Bevensen“ eine Kommandantin.

Seit 2014 ist Janice Smith auf der „Oscar Austin“, zunächst als Erster Offizier, seit 2016 als Kommandantin. Die Zahl der Auszeichnungen auf ihrer Uniform zeugt von hervorragenden Leistungen. Knapp 50 der 350 Soldaten an Bord sind weiblich. Ein Aufstieg auf die Kommandobrücke ist dabei nicht nur Menschen vorbehalten, die in den USA geboren wurden. Die Leistung entscheide. Und es hänge natürlich auch vom Team hier an Bord ab, erklärt Smith. „Und ich habe eine wirklich hervorragende Mannschaft. Wir sind seit März zusammen unterwegs – im Roten Meer, im Mittelmeer, im Schwarzen Meer“, sagt Janice Smith. „Unsere Anwesenheit in der Ostsee ist Teil des Bekenntnisses und des Engagements der USA für Europa und die Verbündeten“, sagt Janice Smith. „Die Ostsee ist schon ein Gewässer mit Herausforderungen: Hier gibt es sehr viel See- und Luftverkehr und sehr viele unterschiedliche Nationen“, resümiert sie.

Genaue Details über künftige Hafenbesuche verrät sie nicht. „Es ist bei uns so üblich, dass die zukünftige Planung der Reise nicht veröffentlicht wird“, so Smith. In Marinekreisen geht man jedoch davon aus, dass die „Oscar Austin“ noch bis Ende Oktober in der Ostsee bleiben wird. Ähnlich lange waren zuvor auch schon die Zerstörer „Carney“ und „James E. Williams“ und der Kreuzer „Hue City“ auf Patrouillen in der Ostsee unterwegs. Erst im November – nach achtmonatiger Einsatzfahrt – wird die „Oscar Austin“ wieder im Heimathafen Norfolk/Virginia zurück sein. Dann wird auch Janice Smith ihren Mann und ihre beiden Kinder wiedersehen.

„Oscar Austin“

Der Zerstörer wurde 1997 auf Kiel gelegt. Nach einer Bauzeit von 13 Monaten lief der Zerstörer vom Stapel und wurde im Jahr 2000 bei der US-Navy in Dienst gestellt. Das Schiff ist benannt nach Oscar P. Austin, einem US-Offizier, der im Vietnamkrieg gefallen ist. Ihre erste Einsatzfahrt absolvierte die „Oscar Austin“ 2002/2003 im Rahmen des Irak-Krieges.

Frank Behling

In Mecklenburg-Vorpommern müssen viele Internetnutzer noch länger auf schnelle Anschlüsse warten. Beim Bundesprogramm für den Ausbau floss erst bei drei von 191 Förderanträgen Geld.

07.10.2017

Messen „RoBau“ und „Wohnideen & Lifestyle“ werden in Rostock eröffnet +++ Digitalisierung ist Schwerpunkt auf dem 10. Jahreskongress zur politischen Bildung in MV

06.10.2017

Die Schifffahrt soll sauberer werden. Bis zum Jahr 2020 muss Schweröl mit viel Schwefel verschwinden.

02.10.2017
Anzeige