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Wirtschaft Wohnung untervermieten: Das ärgert nicht nur Hoteliers
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06:48 27.10.2017
Auf der Vermittlungsplattform Airbnb gibt es auch Wohnungen aus MV im Angebot. Quelle: OZ
Rostock

Tausende Menschen in MV vermieten ihre Wohnung auf Zeit an Urlauber, Studenten oder Geschäftreisende weiter. Von den tagesaktuellen 120 000 Inseraten der Vermietungsplattform Airbnb bundesweit werden laut Unternehmen 5500 aus MV angeboten – Tendenz stark steigend. Die stärkste Region ist Rügen, mit 1700 angebotenen Unterkünften. Den größten Zuwachs in MV hatte das Ostseebad Zingst mit einem Anstieg von über 200 Prozent – allein in den letzten zwölf Monaten.

Anbieter wie Airbnb verfolgen das Konzept, durch das Vermieten privater Wohnräume Menschen direkten Einblick in die Kulturen anderer Länder zu geben und mit den Gastgebern gemeinsam zu leben. Doch es werden neben Zimmern auch komplette Wohnungen und Ferienhäuser angeboten.

Kritik kommt vor allem aus der Hotelbranche. „Konkurrenz gehört zum Geschäft. Dem Wettbewerb stellt sich die Branche gern, aber dann muss Chancengleichheit hergestellt werden. Gleiche Rechte, gleiche Pflichten – darum geht es im Kern“, sagt Matthias Dettmann, Dehoga-Geschäftsführer in MV. Es könne nicht angehen, dass Hotels mit immer kostenintensiveren Auflagen zu Brandschutz, Hygiene, Sicherheit und Barrierefreiheit überzogen werden, und sich in deren Schatten ein fast völlig unbehelligter Markt der Privatvermietung zum Konkurrenten aufschwingen kann. Zudem sei auch die Verknappung von Wohnraum in Ballungszentren wie Rostock kritisch zu betrachten.

Wird die Wohnungsnot durch das Angebot vergrößert? Kai-Uwe Glause, Geschäftsführer des deutschen Mieterbund Landesverband MV, schätzt, dass die Zahlen auf dem Rostocker Wohnungsmarkt bisher noch nicht durch die Angebote auf Airbnb beeinflusst werden. Sein Rat: „Mieter sollten ihr Zuhause nicht über Airbnb an Dritte weitergeben, da es schnell illegal werden kann.“

Im Paragraf 540 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) ist deutlich formuliert, dass Mieter für eine Untervermietung die Genehmigung vom Vermieter benötigen. Carsten Klehn, Sprecher der Wohnungsgesellschaft Wiro in Rostock, hat zwar noch keine Erfahrungen mit Airbnb gemacht, aber er betont: „Wenn wir bemerken sollten, dass ein Mieter – über welche Plattform auch immer – seine Wohnung als Unterkunft anbietet, tolerieren wir das nicht.“ Klehn sagt, dass die Vermietung an Touristen nicht erlaubt sei. Mieter könnten Besucher für einen begrenzten Zeitraum aufnehmen, aber nur wenn sie kein Geld dafür erhielten. „Sonst handelt es sich um eine nicht erlaubte Untervermietung“, fügt er hinzu.

In Deutschland kam es in Großstädten wie Berlin bereits zu Gerichtsverfahren. 2015 entschied ein Gericht im Sinne des Vermieters. Hintergrund war eine Annonce bei Airbnb. Trotz Ermahnung löschte der Mieter die Anzeige nicht, eine fristlose Kündigung folgte. Seit Mai 2016 ist in Berlin Mietern verboten, ihre Wohnung als Ferienunterkunft zu vermieten. Das Geschäft der Plattform Airbnb floriert weiter.

OZ

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