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Wolfsdebatte: Schlupp will Abschuss zur Bestandsregulierung

Schwerin Wolfsdebatte: Schlupp will Abschuss zur Bestandsregulierung

Mit seinen jüngsten Äußerungen hat Agrar- und Umweltminister Backhaus (SPD) der Debatte um einen verringerten Schutz für Wölfe neuen Schwung verliehen. Die CDU-Agrarexpertin Beate Schlupp hofft auf Abschüsse zur Bestandsregulierung.

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Die Landtagsabgeordnete Beate Schlupp aus der Fraktion der CDU.

Quelle: Jens Büttner/archiv

Schwerin. Die CDU-Landtags-Abgeordnete Beate Schlupp erwartet nach den jüngsten Äußerungen von Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) deutliche Korrekturen beim Umgang mit Wölfen. Backhaus habe erstmals eingeräumt, dass die Bestandsentwicklung mittlerweile auch regulierende Eingriffe erfordere. „Um handlungsfähig zu sein, brauchen wir ein praxistaugliches Konzept mit klaren Regeln“, forderte Schlupp am Donnerstag in Schwerin. Sie äußerte aber Zweifel, dass dies auf Bundesebene zustandekommen könne, da dem schon bekannt gewordene Vorgaben der Naturschutzbehörden entgegenstünden. „Dann müssen wir auf Landesebene ein eigenes Konzept erarbeiten“, forderte Schlupp.

Die CDU-Politikerin macht sich schon seit langem im Interesse der Tierhalter für die Bejagung des Wolfes stark. Neben dem Abschuss sogenannter Problemwölfe gehe es auch um gezielte Bestandsregulierung. „Und da der Biber ebenso streng geschützt ist wie der Wolf und diesen in Hinblick auf die verursachten Schäden erheblich übertrifft, ist es nur konsequent, auch diese Tierart zur „Chefsache“ zu machen“, sagte Schlupp. Da sich das Bundesumweltministerium praxistauglichen Regelungen verweigere, sei die Zeit gekommen, „in Mecklenburg-Vorpommern „Nägel mit Köpfen“ zu machen“, betonte sie.

Backhaus hatte am Mittwoch beim deutsch-polnischen Bauerntag in Pasewalk (Kreis Vorpommern-Greifswald) erklärt, die Wölfe in Deutschland hätten die angestrebte Population bereits überschritten. Bundesweit werde inzwischen mit mehr als 1000 Wölfen gerechnet. Damit müssten die Raubtiere - wie in Schweden, Estland, Russland und Frankreich - „bewirtschaftet werden.“ Die Zahl von 62 bis 64 Rudeln entspreche schon einem „guten Erhaltungszustand“, so dass der strenge Schutzstatus bei der EU in Brüssel aufgehoben werden sollte, sagte Backhaus.

Beim Treffen der Umweltminister von Bund und Ländern am 16. November in Potsdam solle das Thema erneut zur Sprache kommen. Dann erwarte er auch konkrete Antworten vom Bundesministerium. Sollte das nicht passieren, werde er noch im Dezember im Landtag in Schwerin eigene Pläne einbringen, kündigte Backhaus an. Nach mehreren Attacken auf Schafe und Rinder fordern Agrarbetriebe immer lauter ein konsequenteres Vorgehen gegen Wölfe. Im Nordosten sollen sich inzwischen drei bis vier Rudel etabliert haben.

dpa/mv

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