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MV aktuell Wismarbucht: Maritimes Schutzgebiet in gutem Zustand
Nachrichten MV aktuell Wismarbucht: Maritimes Schutzgebiet in gutem Zustand
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00:01 11.01.2017
Ein Schweinswal schwimmt in einem Becken im Meeresmuseum in Stralsund. Auch in der Wismarbucht wurden etliche Tiere gezählt. Quelle: Foto: Meeresmuseum

Ein Schutzgebiet auf hoher See: Bis zum Sommer soll der fertige Managementplan für die „Erweiterung Wismarbucht“ stehen. Das Areal – zwei Flächen in der Größe von insgesamt 3500 Hektar – wurde vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) nun mit einem günstigen Erhaltungszustand bewertet. „Wir sind bisher aber noch beim Grundlagenteil, also noch am Anfang“, erklärte Bernhard Fiedler von der Abteilung Naturschutz. Das letzte Wort hat das Landwirtschaftsministerium. Am Montagabend stellten die Beteiligten am maritimen Schutzprojekt die bisherigen Ergebnisse rund 80 Interessierten in der Wismarer Hochschule vor. Der aktuelle Stand: Die Gesamtbewertung des Riffs wie auch der Arten ist gut. „Der Handlungsdruck ist also gering“, sagte Dr. Volker Thiele vom Institut für Ökologische Forschung und Planung Biota. Deshalb werde es auch zu keinen Zwangsmaßnahmen kommen, sondern zu freiwilligen Auflagen.

Bewertet wurden von den Experten die Rifffläche sowie die Artenvielfalt. 25 Kilometer Strecke wurden per Videokamera abgefahren, zwölf Stunden Filmmaterial im Anschluss gesichtet. „Dazu haben wir noch Proben von Wasserwirbellosen und Algen entnommen“, berichtet Thiele. Mehr als 2700 Hektar Rifffläche befinden sich in dem schützenswerten Areal. Die Struktur des Lebensraums, also des Riffs, sei hervorragend, auch die sogenannte Arteninventur wurde mit gut bewertet. „In den Riffs leben unter anderem Krabben, Miesmuscheln, Seegras, Rotalgen oder auch Seesterne“, erzählt der Experte. In einem weniger optimalen Zustand sei jedoch die Wasserqualität. Proben ergaben, dass die Stickstoff- und Phosphorwerte zu hoch seien. Ein Problem, was bereits auf Landesebene angegangen wird.

Die Überprüfung der Artenvielfalt – in diesem Fall Kegelrobben, Seehunde und Schweinswale – zeigt, dass der Bestand ebenfalls gut ist. „Der Schweinswal steht unter einem Schutzbedürfnis. Das heißt, die Nahrungsgrundlage in dem Gebiet muss gesichert werden.“ Konkret bedeutet das: Es dürfe keine Zunahme an Fischerei oder Schiffsverkehr geben. „Das kann auf dem bisherigen Level bleiben“, sagt Thiele. Schleppnetzfischerei sei in einem Schutzgebiet nicht erlaubt. Zudem sollen Schallereignisse, wie Sprengung oder Rammungen, vermieden werden.

Thiele weiß: „Gerade bei den Kegelrobben zeigt sich eine Tendenz, dass sich ihr Lebensraum nach Süden ausbreitet.“ Die Forschungsergebnisse werden nun vom Ministerium geprüft. Vanessa Kopp

OZ

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