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Wismarer AfD-Mann zieht Bundestagskandidatur zurück

Wismar/Schwerin Wismarer AfD-Mann zieht Bundestagskandidatur zurück

Der Richtungsstreit in der AfD mit Abkehr von der Bundesvorsitzenden Frauke Petry auf dem Kölner Parteitag hat eine erste Konsequenz in MV: Lars Löwe (32), Lehrer ...

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Wismar/Schwerin. Der Richtungsstreit in der AfD mit Abkehr von der Bundesvorsitzenden Frauke Petry auf dem Kölner Parteitag hat eine erste Konsequenz in MV: Lars Löwe (32), Lehrer aus Wismar, hat mit sofortiger Wirkung seine Parteiämter niedergelegt. Löwe war bislang AfD-Direktkandidat im Wahlkreis 13 zur Bundestagswahl und Pressesprecher des Landesverbandes.

Lars Löwe (32) aus

Wismar geht auf Distanz zur AfD-Spitze.

FOTO:

N. BUCHMANN

Als Grund nennt er auch einen Rechtsruck in der Partei.

Das „Auftreten mehrerer Repräsentanten meiner Partei“ in jüngster Vergangenheit habe ihn zuletzt „daran zweifeln lassen, ob ich diese Partei noch mit der notwendigen Überzeugung als Direktkandidat vertreten kann“, erklärt Löwe. Anlass für seinen Rückzug sei letztlich die Tatsache gewesen, dass der Bundesparteitag eine „realpolitische Strategie“ von Petry nicht einmal behandeln wollte. Die Parteivorsitzende wollte die AfD-Mitglieder mit einem Zukunftsprogramm weg von der Fundamentalopposition steuern. Löwe hatte bereits im Februar Partei für Petry ergriffen, als sie damals die Diskussion über den Ausschluss des Thüringer AfD-Mannes Björn Höcke nach dessen „Dresdner Rede“ mit Verunglimpfung des Holocaust-Gedenkens anstieß. Dafür kassierte der Wismarer auf dem Landesparteitag der AfD in Sparow heftige Kritik – und scheiterte bei der Wahl um einen vorderen Platz auf der Landesliste zur Bundestagswahl.

Löwe bleibt dabei: Höckes Rede, das „Mitgrölen auf einer NPD-Demo“ oder aber die versuchte Relativierung des Massenmordes durch den Norweger Anders Breivik innerhalb der Partei könne er nicht mittragen. Dennoch wolle er AfD-Mitglied bleiben, da er auf einen Kurswechsel hoffe.

AfD-Landessprecher Leif-Erik Holm gab sich gestern zum Thema gelassen. Löwes Rückzug werde „keinerlei negative Auswirkungen auf die AfD in Mecklenburg-Vorpommern haben“. Der Direktkandidat im Wahlreis 13 werde nun zügig nachgewählt. Weitere Negativ-Reaktionen habe es nach dem Kölner Parteitag in der Landes-AfD nicht gegeben. „Eine Spaltung droht selbstverständlich nicht“, sagte Holm auf Nachfrage.

Für Martin Koschkar, Politologe an der Uni Rostock, kommt Löwes Rückzug nicht überraschend: „Klare Höcke-Kritik und die Forderung nach Abgrenzung scheinen in der AfD MV nicht mehrheitsfähig.“

fp

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