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Wohnung an Urlauber vermieten: Das ärgert nicht nur Hoteliers

Rostock Wohnung an Urlauber vermieten: Das ärgert nicht nur Hoteliers

Tausende Angebote aus MV auf Airbnb / Mieterbund warnt vor Konsequenzen

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Rostock. Seit Februar 2017 bietet die Rostockerin Manuela Lange (27, Name geändert) ihre Wohnung regelmäßig im Internet auf Airbnb an. „Ich vermiete meine Wohnung, weil ich viel Zeit bei meinem Freund verbringe und die Wohnung dann leer steht“, erklärt Lange. Eine Kündigung ihrer Wohnung komme für sie nicht in Frage. Zu ihren Gästen zählen Geschäftsreisende, Urlauber, Studenten, die alle eins wollen – eine günstige Unterkunft für kurze Zeit.

Matthias Dettmann,

Dehoga-Geschäftsführer in MV

FOTO: OVE ARSCHOLL

Manuela Lange ist eine von Tausenden Anbietern in MV. Von den tagesaktuellen 120000 Inseraten der Vermietungsplattform Airbnb bundesweit werden laut Unternehmen 5500 aus MV angeboten – Tendenz stark steigend. Die stärkste Region ist Rügen, mit 1700 angebotenen Unterkünften. Den größten Zuwachs in MV hatte das Ostseebad Zingst mit einem Anstieg von über 200 Prozent – in den letzten zwölf Monaten. Zudem gibt es noch andere Onlineplattformen wie 9flats.

Anbieter wie Airbnb verfolgen das Konzept, durch das Vermieten privater Wohnräume Menschen direkten Einblick in die Kulturen anderer Länder zu geben und mit den Gastgebern gemeinsam zu leben. Doch es werden neben Zimmern auch komplette Wohnungen und Ferienhäuser angeboten.Kritik kommt vor allem aus der Hotelbranche. „Konkurrenz gehört zum Geschäft. Dem Wettbewerb stellt sich die Branche gern, aber dann muss Chancengleichheit hergestellt werden. Gleiche Rechte, gleiche Pflichten – darum geht es im Kern“, sagt Matthias Dettmann, Dehoga-Geschäftsführer. Es könne nicht angehen, dass Hotels mit immer kostenintensiveren Auflagen zu Brandschutz, Hygiene, Sicherheit und Barrierefreiheit überzogen werden, und sich in deren Schatten ein fast völlig unbehelligter Markt der Privatvermietung zum Konkurrenten aufschwingen kann. Zudem sei auch die Verknappung von Wohnraum in Ballungszentren wie Rostock kritisch zu betrachten.

Wird die Wohnungsnot durch das Angebot vergrößert? Kai-Uwe Glause, Geschäftsführer des deutschen Mieterbund Landesverband MV, schätzt, dass die Zahlen auf dem Rostocker Wohnungsmarkt bisher noch nicht durch die Angebote auf Airbnb beeinflusst werden. Sein Rat: „Mieter sollten ihr Zuhause nicht über Airbnb an Dritte weitergeben, da es schnell illegal werden kann.“

„Ich habe den Vermieter nicht informiert“, erklärt Manuela Lange. So machen es viele Airbnb-Gastgeber. Die Studentin erklärt, dass sie „pauschal 350 bis 500 Euro pro Monat“ mit ihrer Untervermietung verdient. Dürfen Airbnb-Kunden ihre Wohnung untervermieten – ohne Zustimmung ihres Vermieters? Im Paragraf 540 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) ist deutlich formuliert, dass Mieter für eine Untervermietung die Genehmigung vom Vermieter benötigen.

Carsten Klehn, Sprecher der Wohnungsgesellschaft Wiro in Rostock, hat zwar noch keine Erfahrungen mit Airbnb gemacht, aber er betont: „Wenn wir bemerken sollten, dass ein Mieter – über welche Plattform auch immer – seine Wohnung als Unterkunft anbietet, tolerieren wir das nicht.“ Klehn sagt, dass die Vermietung an Touristen nicht erlaubt sei. Mieter könnten Besucher für einen begrenzten Zeitraum aufnehmen, aber nur wenn sie kein Geld dafür erhielten. „Sonst handelt es sich um eine nicht erlaubte Untervermietung“, fügt er hinzu.

In Deutschland kam es in Großstädten wie Berlin bereits zu Gerichtsverfahren. 2015 entschied ein Gericht im Sinne des Vermieters. Hintergrund war eine Annonce bei Airbnb. Trotz Ermahnung löschte der Mieter die Anzeige nicht, eine fristlose Kündigung folgte. Seit Mai 2016 ist in Berlin Mietern verboten, ihre Wohnung als Ferienunterkunft zu vermieten. Das Geschäft der Plattform Airbnb floriert weiter.

Qualitätsstandards: „Sei ein guter Gastgeber“

Airbnb ist vorrangig ein Online-Marktplatz für die Vermietung privater Unterkünfte. Was Gastgeber beachten müssen, finden sie auf der Internetseite, erklärt Airbnb-SprecherJulian Trautwein:

Unter dem Punkt „Sei ein guter Gastgeber“ steht etwa, dass Gastgeber die Rechtslage, den Mietvertrag oder die Bestimmungen der Eigentümergemeinschaft prüfen sollen, damit sicher ist, dass die Vermietung rechtens ist. Zudem finden sich Qualitäts- und Sicherheitsstandards für Gastgeber. Sollte der Verdacht bestehen, dass diese nicht eingehalten werden, setzt Airbnb sich mit dem Gastgeber in Verbindung, um offene Fragen zu klären, erläutert Trautwein.

Jana Hameister

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