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Wohnung in Greifswald explodiert und ausgebrannt

Greifswald Wohnung in Greifswald explodiert und ausgebrannt

Polizei ermittelt wegen Verdachts auf Brandstiftung / Eine Frau erleidet Rauchvergiftung / Auch zwei andere Wohnungen wegen Löschwasserschäden unbewohnbar

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Die Explosion riss am Samstagnachmittag ein Loch in die Wand des Greifswalder Mehrfamilienhauses.

Quelle: Kai Lachmann

Greifswald. Ein Knall hat am Samstagnachmittag ein Mietshaus in Greifswald erschüttert. In einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses im Stadtteil Schönwalde ereignete sich eine so heftige Explosion, dass auf der Rückseite des Gebäudes nun ein Loch dort klafft, wo vorher ein Fenster war.

Alle Bewohner hatten ihre Wohnungen schon verlassen.“Polizei Neubrandenburg

Dem Betrachter bietet sich ein Bild der Zerstörung: Scherben liegen weit verstreut auf dem Rasen neben dem Haus. Auch verkohltes Mobiliar, das im Busch unter der Wohnung liegt, zeugt noch von dem Vorfall. Der Ruß, den das anschließende Feuer hinterlassen hat, zieht sich hoch bis in die oberste Etage.

Die Rauchschwaden waren kilometerweit über der Hansestadt zu sehen. Die Berufsfeuerwehr Greifswald und die Freiwilligen Feuerwehren Greifswald und Neuenkirchen sowie die Polizei waren schnell am Einsatzort. „Alle Bewohner des betroffenen Aufganges hatten ihre Wohnungen bereits verlassen. Eine Evakuierung war nicht mehr erforderlich“, teilt das Polizeipräsidium Neubrandenburg mit. Um sicherzugehen, dass niemand im Haus zurückgeblieben ist, muss eine Wohnung gewaltsam geöffnet werden. Eine 70-jährige Bewohnerin des Hauses musste mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in die Uniklinik gebracht werden. Ansonsten wurde niemand verletzt. Zum Zeitpunkt der Explosion hatte sich niemand in der betroffenen Wohnung aufgehalten. Zum Sachschaden gibt es noch keine Informationen. Der dürfte aber erheblich sein. Denn nicht nur die ausgebrannte Wohnung ist betroffen. Auch die beiden darunter liegenden sind wegen der Löschwasserschäden unbewohnbar. Auch die darüber liegenden Wohnungen haben zum Teil erhebliche Schäden davongetragen. Durch die Explosion wurden auch vier Autos durch Glassplitter beschädigt.

Ein Brandursachenermittler war am Sonntag im Einsatz. Die völlig zerstörten Räume wurden beschlagnahmt. Wie es zu der Explosion kam, sagte die Polizei bislang aber nicht. „Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen wegen des Verdachts der Brandstiftung aufgenommen“, heißt es nur.

Wurde die Explosion also absichtlich herbeigeführt? Aussagen von Nachbarn erhärten diesen Verdacht. Eine Frau behauptet, der Mieter habe am Tag vorher „alles mit Benzin eingeschmiert“. Ein anderer Nachbar meint: „Mit dem ist es nicht einfach gewesen. Er ist ständig betrunken und hat oft Ärger gemacht.“ Ob der 56-jährige Mieter als Tatverdächtiger gesehen wird, konnte der Polizeiführer vom Dienst in Neubrandenburg nicht sagen. „Das ist Sache der Ermittler.“ Weitere Informationen werde es wohl erst gegen Mitte der Woche geben.

Klar ist aber, dass der Mann schon häufiger mit der Polizei zu tun hatte. Körperliche Gewalt, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Diebstahl – die Liste ist lang. Bislang wurde aber niemand im Zusammenhang mit den Ereignissen vom Sonnabend festgenommen.

Kai Lachmann

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