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MV aktuell Wohnungsirrsinn in MV: Rostocker Vermieter fordert 20 Euro pro Quadratmeter
Nachrichten MV aktuell Wohnungsirrsinn in MV: Rostocker Vermieter fordert 20 Euro pro Quadratmeter
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11:30 09.04.2019
Blick auf Wohnungen in der Greifswalder Hafenstraße. In Rostock, Greifswald und Waren sind derzeit kaum günstige Mietwohnungen zu bekommen. Quelle: Stefan Sauer/dpa
Rostock

Steigende Mieten werden zu einem bedrohlichen Problem – auch in Mecklenburg-Vorpommern. „Die Mieten sind rasant gestiegen“, sagt Kai-Uwe Glause, Geschäftsführer des Mieterbunds MV. In Rostock legten die Wohnungskosten von 2014 bis 2018 um sieben Prozent zu. Das geht aus dem zuletzt im Januar aktualisiertem Mietspiegel der Hansestadt hervor.

Der bildet die Bestandsmieten ab, bei Neuvermietungen sind noch größere Sprünge möglich. In Rostock-Dierkow beispielsweise verlangt ein Makler im Internet 1500 Euro für eine Dreizimmer-Wohnung. Die Kaltmiete ist mit knapp 20 Euro je Quadratmeter mehr als dreimal so hoch wie der Rostocker Durchschnittswert von 6,13 Euro.

Wohnungsnot bremst Unternehmen

Die Wohnung wird möbliert angeboten, womit laut Glause offensichtlich die seit Oktober in Rostock und Greifswald geltende Mietpreisbremse umgangen werden soll – die für möblierte Zimmer und Wohnungen nicht gilt. Glause befürchtet, dass sich dieser – legale – Trick unter Privatvermietern ausbreiten könnte.

Kommentar zum Thema: Problem zu spät erkannt

Fehlende und unbezahlbare Wohnungen bremsen die Wirtschaft, erklärt Rolf Kammann, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Vorpommern in Greifswald. „Weil keine geeigneten Wohnungen da sind, wird es schwierig, dringend benötigte Arbeitnehmer zu finden“, sagt Kammann. Das Problem „wird immer dringlicher“. Betroffen sind längst nicht mehr nur Tourismusbetriebe in hochpreisigen Seebädern, sondern viele Branchen und Standorte im Land.

Kampf gegen Schwarz-Vermietung

Unterdessen will die rot-schwarze Schweriner Landesregierung die „Schwarz-Vermietung“ über Online-Plattformen wie Airbnb eindämmen. Private Wohnungen werden heimlich zu Ferienapartments umgewandelt, was die Probleme auf den Wohnungsmärkten zusätzlich anheizt.

Seit das Land 2004 seine Zweckentfremdungsverordnung strich, fehlt Gemeinden in MV die Handhabe gegen derartigen Missbrauch. SPD und CDU wollen eine neue Regelung finden. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband MV begrüßt das: „Diese Wohnungen fehlen dem schon stark unter Druck stehenden Wohnungsmarkt insbesondere in urbanen Zentren und in touristischen Ballungsgebieten“, kritisiert Hauptgeschäftsführer Matthias Dettmann.

„MV ist nicht Berlin oder München

Forderungen der Bundes-SPD, Mieten in Ballungsräumen für fünf Jahre „einzufrieren“, stoßen im Nordosten auf Skepsis. MV sei nicht Berlin oder München, meint Christiane Berg, wohnungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. Das Einfrieren von Mieten schaffe keine Anreize, in Greifswald und Rostock neue Wohnungen zu bauen.

Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen, wirft der SPD „Linkspopulismus“ vor. Ein Deckeln der durchschnittlich 5,13 Euro Quadratmeter-Kaltmiete, den die Genossenschaften und staatliche Vermieter wie die Rostock Wiro in MV verlangen, würde Neubau und Sanierung abwürgen.

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Gerald Kleine Wördemann

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