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MV aktuell Wohnungsverband in MV begrüßt neue Förderung im sozialen Wohnungsbau
Nachrichten MV aktuell Wohnungsverband in MV begrüßt neue Förderung im sozialen Wohnungsbau
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14:56 13.02.2019
Ein Kran arbeitet auf einer Baustelle. Die Landesregierung will auf den zunehmenden Mangel an bezahlbarem Wohnraum in einigen Städten des Landes reagieren. Quelle: Jens Büttner/dpa
Schwerin

Die erweiterten Fördermöglichkeiten für den sozialen Wohnungsbau in Mecklenburg-Vorpommern haben in der Wohnungswirtschaft des Landes ein positives Echo gefunden. Mit der Einführung des zweiten Förderwegs habe die Landesregierung ein neues Kapitel aufgeschlagen und die Weichen zu mehr Wohnungsbau im Land gestellt, erklärte Andreas Breitner, Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen. Am Dienstag hatte Bauminister Christian Pegel (SPD) die neue Förderrichtlinie vorgestellt, nach der höhere Fördersätze gewährt werden und auch bei höheren Garantiemieten staatliche Zuschüsse möglich sind.

Drei Jahrzehnte Rückbau, Sanierung und Instandsetzung

Fast drei Jahrzehnte lang hätten geordneter Rückbau, Sanierung und Instandsetzung im Vordergrund gestanden. „Die neue Förderrichtlinie ist nun ein klares Bekenntnis zum Neubau. Das ist gut und richtig“, betonte Breitner. Im Verband sind 151 Wohnungsunternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern organisiert. Ihnen gehören etwa 261 000 Wohnungen und damit gut die Hälfte aller Mietwohnungen im Nordosten.

Der neuen, von den Wohnungsgesellschaften seit langem geforderten Richtlinie zufolge gewährt das Land nun Investitionskostenzuschüsse von maximal 850 Euro je Quadratmeter und damit 200 Euro mehr als bisher. Voraussetzung ist, dass eine Mietobergrenze von 6 Euro pro Quadratmeter garantiert wird. Bislang galt ein Höchstwert von 5,50 Euro. In der neu eingeführten zweiten Förderkategorie stellt das Land Zuschüsse von bis zu 700 Euro je Quadratmeter bereit. In dem Fall darf der Mietpreis 6,80 Euro pro Quadratmeter nicht überschreitet.

Förderweg bringt Entlastung

Dieser zweite Förderweg mit höheren Einkommensgrenzen für Mieter bringe vor allem in den engen Wohnungsmärkten der Universitätsstädte Rostock und Greifswald, in Badeorten an der Ostsee oder in der Seenplatte Entlastung, zeigte sich Breitner überzeugt. Dort hatten insbesondere die Grundstückspreise die Kosten nach oben getrieben und damit auch die Mieten in Neubauten auf dem freien Markt.

Kritik vom FDP-Bundestagsabgeordneten

Kritisch äußerte sich hingegen der FDP-Bundestagsabgeordnete Hagen Reinhold. Eine feste Miethöhe, die sich nicht nach den örtlichen Mietspiegeln oder den zukünftigen Einkommensentwicklungen richte, sei der falsche Weg für eine Förderung. „Viel besser wäre es, jetzt in die "Subjektförderung" einzusteigen. Das bedeutet zum Beispiel, mit einem dynamisches Wohngeld die Leute zu unterstützen, die sich die Miete vor Ort sonst nicht leisten können“, schlug der Barther FDP-Politiker vor. Unabhängig vom Einkommen könnten dann alle Bürger gemeinsam in den Quartiere leben. Reinhold mahnte zudem Reformen der Landesbauordnungen und des Baugesetzbuches an. Die bisherigen Vorschriften machten Bauen „kompliziert, teuer, langwierig und bürokratisch“.

Frank Pfaff