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MV aktuell Wolf entpuppt sich als Goldschakal
Nachrichten MV aktuell Wolf entpuppt sich als Goldschakal
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00:05 23.05.2016
Auf dieser Aufnahme vom März 2016 vermuteten Experten einen Wolf.

Tierische Sensation im Greifswalder Stadtwald. Vor vier Wochen hat eine Wildkamera ein Raubtier aufgezeichnet. Bei der ersten Auswertung der Fotos ging Stadtförster Bent Knoll von einem Wolf aus. Mittlerweile steht fest: Es handelt sich um einen noch viel selteneren Goldschakal. „Ich habe Expertisen von Fachleuten eingeholt. Sie alle vertreten die Meinung, dass es sich um einen Goldschakal handelt“, sagt Knoll.

Tierische Sensation im Greifswalder Stadtwald. Vor vier Wochen hat eine Wildkamera ein Raubtier aufgezeichnet. Bei der ersten Auswertung der Fotos ging Stadtförster Bent Knoll von einem Wolf aus.

Angesichts des dunklen und etwas unscharfen Fotos taten sich selbst Fachleute mit einer Beurteilung schwer. Knoll selbst griff, um Gewissheit zu erlangen, zu einer bewährten, wenn auch nicht wissenschaftlich anerkannten Methode: Er installierte Messlatten an der Stelle, an der die Kamera das Raubtier aufnahm. Mittels Durchstechen identischer Fotos konnte er die Tiergröße errechnen: Die Schulterhöhe betrug demnach knapp 49 Zentimeter – für einen Wolf zu klein. Säugetierspezialist Eckhard Grimmberger kommt zum Schluss, dass es sich bei dem Tier „um einen Goldschakal handelt“. Um sicherzugehen, hat er Knolls Foto bearbeitet. „Schwanz, Verteilung von Rückenfärbung und gelblicher Färbung von Flanken und Beinen, Kopfform, eigentlich der gesamte Habitus“ sprächen für den Schakal. Dasselbe Urteil fällt Kristin Zscheile vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie. „Unterm Strich“, betont Knoll, „ist ein Goldschakal im Stadtwald die viel größere Sensation.“ Denn in Deutschland wurde das Tier bisher nur vereinzelt gesichtet. In MV wurde zuletzt im Sommer 2010 mehrfach ein Raubtier beobachtet, das Experten als Goldschakal identifizierten: auf Usedom, bei Pasewalk, Neubrandenburg und bei Greifswald. Beheimatet ist er in Südeuropa, breitet sich aber nach Norden und Westen aus.

Petra Hase

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