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MV aktuell Wolgast: Obdachloser gesteht Totschlag vor Gericht
Nachrichten MV aktuell Wolgast: Obdachloser gesteht Totschlag vor Gericht
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00:25 20.02.2015

Alkohol und eine aufgeladene Stimmung: Viereinhalb Monate nach dem Tod eines Obdachlosen hat ein Mitbewohner des Obdachlosenzentrums in Wolgast die Tat gestanden. Er erklärte gestern vor dem Stralsunder Landgericht, nach einem Streit am 6. Oktober 2014 seinem Opfer mit einem Messer in den Hals gestochen zu haben. Zuvor habe er mit einem Knüppel auf einen anderen Bewohner der Unterkunft eingeschlagen. Als Grund für die Auseinandersetzung nannte er Schulden in Höhe von 30 Euro. Äußerlich rührungslos und ohne ein Wort des Bedauerns schilderte er das Ganze.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 52-Jährigen Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor. Er habe das Messer mit einer 21 Zentimeter langen Klinge bis zum Heft in den Hals seines 51-jährigen Opfers gestochen und dabei die Kopfschlagader durchtrennt. Der Mann verblutete. Der mutmaßliche Täter sitzt seit dem Vorfall in Untersuchungshaft. Ihm droht eine Freiheitsstrafe von nicht unter fünf Jahren. Aufgrund diverser Vorstrafen würden zudem die Voraussetzungen für die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung geprüft, sagte die Vorsitzende Richterin.

Beim mutmaßlichen Täter wurde kurz nach der Tat ein Alkoholwert von 1,7 Promille gemessen. Er wohnt seit 2003 in der Unterkunft und lebt von Hartz IV, wie er selbst berichtete. Erst im Dezember 2013 war er nach einem Gewaltdelikt aus der Haft entlassen worden und stand seitdem unter Führungsaufsicht. Im Juli 2014 soll er fahrlässig einen Brand im Obdachlosenheim gelegt haben.

Es war der zweite gewaltsame Tod eines Bewohners im Wolgaster Obdachlosenheim in vier Jahren. Im März 2011 starb ein betrunkener Obdachloser (59) nach einer Auseinandersetzung mit einem 55-jährigen Heimbewohner.



OZ

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