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Wolgaster Lürssen-Werft hofft auf Großauftrag bis Jahresende

Wolgaster Lürssen-Werft hofft auf Großauftrag bis Jahresende

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) befürwortet einen milliardenschweren, aber politisch umstrittenen Auftrag aus Saudi-Arabien nur, wenn der Bund keine Bedenken hat.

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Der neue Peene- Werft-Eigner Fried- rich Lürßen.

Quelle: dpa

 

Wolgast — Vier Monate nach der Übernahme durch die Lürssen-Gruppe nimmt der Schiffbau auf der Wolgaster Peene-Werft wieder langsam an Fahrt auf. Am Montag wurde auf der Werft ein neues Brennschneidezentrum in Betrieb genommen. Mit der 50 Meter langen und nach Werftangaben europaweit größten Anlage ihrer Art sollen zunächst die Stahlplatten für zwei Fregatten-Vorschiffe zugeschnitten werden. Bei der rund eine halbe Million Euro teuren Anlage handele es sich um die erste Großinvestition in den Maschinenpark nach der Übernahme, sagte der Eigner Friedrich Lürßen gestern in Wolgast.

Hoffnungen setzen die 240 Mitarbeiter auch in einen eine Milliarde Euro schweren Marine-Auftrag für Saudi-Arabien, den die Lürssen-Gruppe derzeit verhandelt. Das Unternehmen will nach Angaben von Firmenchef Lürßen 30 je 40 Meter lange und später mit kleinkalibriger Bordbewaffnung ausgestattete Küstenschutzboote sowie 70 je 15 Meter lange Polizeiboote für das saudi-arabische Innenministerium bauen. Lürßen hofft, dass der Vertrag bis Jahresende abgeschlossen werden kann.

Die Bremer Lürssen-Gruppe hatte die insolvente, ebenso wie der Bremer Betrieb auf Militärschiffbau spezialisierte P+S-Werft in Wolgast zum Mai 2013 für rund 17 Millionen Euro übernommen. Für den Start hatte Firmeneigner Lürßen zudem einen Auftrag über den Bau von zwei Vorschiffen für die Fregatten F 125 von Bremen nach Wolgast verlagert. Diese Vorschiffe sollen 2014 und 2015 die Werft verlassen.

Seit der Übernahme im Mai wurden insgesamt rund 1,5 Millionen Euro in den Standort investiert. Von den 240 Mitarbeitern pendeln derzeit rund 80 nach Bremen, um in die Fregatten-Produktion eingearbeitet zu werden. Vor der Werftenpleite waren noch 600 Mitarbeiter auf der Werft beschäftigt. „Diejenigen, die eine Anstellung gefunden haben, sind glücklich“, sagte Ausbilder Detlef Meinke.

Es sei traurig, dass aber viele auf der Strecke geblieben seien.

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), der bislang eine klare Position zu dem umstrittenen Auftrag aus Saudi-Arabien gemieden hatte, sagte gestern: „Ich hätte den Auftrag gerne im Land.“ Es gebe aber klare Regularien, die man einhalten müsse. Dazu zähle eine Genehmigung durch den Bundessicherheitsrat.

Der Militärauftrag stößt bei Grünen und Linken auf Ablehnung. Linksfraktionschef Helmut Holter hatte die Verhandlungen nach Bekanntwerden im Februar 2013 kritisiert: „Saudi-Arabien wird die bestellten Patrouillenboote nicht für Demokratie und Menschlichkeit einsetzen.“ Lürßen sieht bei einem rot-grünen Wahlsieg den möglichen Auftrag gefährdet. „Ich glaube nicht, dass wir bei einer grünen Regierungsbeteiligung eine Exportgenehmigung erhalten werden“, sagte er.

 

 

Martina Rathke

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