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MV aktuell Wolgasterin ist neue Känguru-Mama für „Grace“
Nachrichten MV aktuell Wolgasterin ist neue Känguru-Mama für „Grace“
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00:05 12.07.2016

Dieses Tierchen ist auf dem Sprung zum kleinen Star: In den vergangenen Tagen sorgte Känguru-Baby „Grace“ jedenfalls im Ostseebad Kühlungsborn (Kreis Rostock) schon mal für Aufsehen – auf der Promenade, am Strand, in Geschäften. Immer, wenn es neugierig aus seinem kuscheligen, grauen Stoffbeutel herausschaute – und ganz besonders, wenn seine Ziehmutter Claudia Wendt das 25 Zentimeter große und 615 Gramm leichte Tierchen aus dem Beutel holte und knuddelte. „Dann haben sich schnell Menschentrauben gebildet, ich musste immer wieder Fragen beantworten und die Leute machten Fotos“, erzählt die 24-Jährige, die als Tierpflegerin im Tierpark Wolgast arbeitet. In der vergangenen Woche machte sie ein paar Tage Urlaub in Kühlungsborn – bei ihrer Mutter, die im Ostseebad einen Garten hat.

Claudia Wendt gibt Känguru-Baby „Grace“ die Flasche. Quelle: L. Werner

Wenn ich die kleine ,Grace’ nicht in Pflege genommen hätte, wäre sie gestorben.“Pflegerin Claudia Wendt

Der Tierpark Wolgast hat eine Känguru-Gruppe, die aus einem Bock und drei Muttertieren besteht. Alle drei weiblichen Kängurus bekamen jetzt Nachwuchs und „Grace“ hatte dabei Pech. „Ihre Mutter hatte viel zu wenig Milch. Auf der Suche nach Nahrung krabbelte das Känguru-Baby immer wieder aus dem Beutel und fiel auf den Boden. Vor eineinhalb Wochen fand ich ,Grace’ wieder in dieser Lage, die Körpertemperatur war schon sehr gesunken. Ich kuschelte sie in ein T-Shirt und wusste: Wenn jetzt nicht eine Lösung gefunden wird, stirbt sie“, erzählt Claudia Wendt. Die Lösung – das war sie selbst, als Ziehmutter. Die Tierpflegerin nähte aus einer Jogging-Hose einen Beutel mit einer Schlaufe, die sie sich um den Hals legen kann. Als zusätzliche Kuschel-Unterlage für „Grace“ tat sie noch eine Ski-Mütze hinein. Seitdem trägt Claudia Wendt das Känguru-Baby im Beutel vor ihrem Körper – fast wie eine richtige Känguru-Mutter. Dort wird Grace noch ungefähr drei Monate bleiben, aber schon bald immer mal wieder herauskommen und zu kleinen Erkundungen aufbrechen. Danach erfolgt die Eingewöhnung in der Känguru-Gruppe im Gehege des Tierparks inWolgast.

Ein Problem, das schnell gelöst werden musste, war die Baby-Nahrung für „Grace“. Milch für Katzen und Hunde-Welpen ist ungeeignet. Sie hat zu viel Fett und zu wenig Proteine. Außerdem muss die Känguru-Babymilch absolut frei von Laktose sein. „Wir wurden in einem Online-Handel in den USA fündig und glücklicherweise kam die Lieferung auch ganz schnell“, sagt Claudia Wendt. Für die Ziehmutter des kleinen Kängurus sind die Nächte, seitdem sie Grace mit sich herumträgt, ziemlich stressig geworden. Nachts hängt der Beutel mit dem Kängurubaby an einem Haken über ihren Bett. „Der Beutel ist ganz dicht vor meinem Gesicht, damit ich sofort merke, wenn die Kleine unruhig wird und herauskrabbeln will. Alle drei Stunden muss sie ihr Fläschchen bekommen“, erzählt die Tierpflegerin.

Claudia Wendt, die im Vogel-Park Marlow ausgebildet wurde, hat schon viele kleine Vögel aufgezogen, bei denen es Probleme mit der Mutter gab. Ziehmutter für ein Känguru zu sein – das ist für sie eine völlig neue Erfahrung. „Das geht schon weit über das hinaus, was ich sonst im Job mache“, sagt die junge Frau, die in Wolgast auch für die Känguru-Gruppe verantwortlich ist. „Aber als ich die kleine ,Grace’ so hilflos gefunden hatte und sie mich anschaute – da wusste ich, dass ich es machen würde.“

Lutz Werner

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