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MV aktuell Wrack bis Weihnachten geborgen
Nachrichten MV aktuell Wrack bis Weihnachten geborgen
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00:00 09.12.2017
Wismar

In der Wismarbucht gehen Archäologen einer wissenschaftlichen Sensation auf den Grund: Im April 2016 wurden bei der Munitionsbergung im Hafen an zwei Fundorten große gut erhaltene, mindestens 700 Jahre alte Wracks nordischer Bauart entdeckt. Sie werden seit letztem Herbst akribisch dokumentiert und Stück für Stück aus der See gehievt, wie Landesarchäologe Detlef Jantzen sagt. Unter einem der Funde fanden die Forschungstaucher ein drittes Wrack. Bis Weihnachten soll die Bergung abgeschlossen sein.

Jens Auer, Bergungsleiter beim Landesamt für Denkmalpflege, ist begeistert ob des Alters und des guten Zustands der Schiffe. Während die ersten beiden Wracks durch die vom Landesamt beauftragte Rügener Bergungsfirma UWA-Logistik gehoben wurden, holt ein Team um den Archäologen Auer nun den dritten, überraschenderweise aufgetauchten Fund an Land. Das letzte Wrack sei mit vermuteten 25 Metern Länge und rund neun Metern Breite besonders groß. „Es ist ein Nachfahre der Wikingerschiffe“, sagt Auer. Es wurde mit einem großen Segel angetrieben, war aber ohne Fracht unterwegs. Möglicherweise lag es wie die zwei ersten Funde auf Reede oder in der Werft, bevor es vor Wismar sank.

„Diese Schiffe sind eine echte Neuentdeckung“, so Jantzen. Untersuchungen des Holzes hätten ergeben, dass es sich bei allen dreien um Wracks aus der Zeit um 1200 bis 1250 handelt. Aus jener Ära gebe es bis dato kaum Vergleichsfunde oder schriftliche Zeugnisse. Zumal das vor gut 20 Jahren bei Wismar entdeckte Wrack der sogenannten „Poeler Kogge“ nach neueren Untersuchungen doch deutlich jünger sei als lange Zeit vermutet – keine 650, sondern nur 250 Jahre alt.

Grit Büttner

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