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„Xavier“ fegt über MV hinweg

Rostock/Dassow „Xavier“ fegt über MV hinweg

Chaos auf Straßen durch umgestürzte Bäume / Stromausfälle im Westen

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Ein Lkw-Fahrer wurde gestern an der B 191 in Neu-Karstädt bei Ludwigslust von einem umstürzenden Baum erschlagen.

Quelle: Foto: Ralf Drefin

Rostock/Dassow. Sturmtief „Xavier“ hat gestern Nachmittag in MV gewütet und viele Schäden angerichtet. Vielerorts kam der Verkehr zum Erliegen. In Neu-Karstädt (Landkreis Ludwigslust-Parchim) starb ein Mann, nachdem ein Baum auf seinen Lkw auf der Bundesstraße 191 gefallen war.

Der Sturm fegte mit Windstärken von 9 bis 11 über den Nordosten hinweg. Nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia auf der Insel Hiddensee wurden die Spitzenwerte in Lübz mit Windgeschwindigkeiten von 111 Kilometer pro Stunde (Windstärke 11) erreicht. In Goldberg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) und Schwerin wurden Spitzen von 93 Kilometer pro Stunde (Windstärke 11) gemessen, sagte Wetterexperte Stefan Kreibohm. Am späten Nachmittag zog „Xavier“ in Richtung Polen ab. Nun gelangt kalte Polarluft nach Deutschland. Es wird laut Deutschem Wetterdienst (DWD) kühler und bleibt wechselhaft.

Durch das ungewöhnlich schnelle Auffrischen habe der Sturm große Schäden verursacht, erklärte Wetterexperte Kreibohm. Dazu habe es noch einen „Windsprung“ gegeben, bei dem die Windrichtung schnell von Süd-West auf Nord gedreht habe. Die belaubten und vom Regen nassen Bäume hätten ideale Angriffsflächen für den Sturm geboten. In Rostock wurde aufgrund des Starkregens unter anderem eine Straße in der Stadtmitte geflutet.

Landesweit knickten Bäume ab und blockierten Straßen und Wege. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz. Betroffen war auch der Landkreis Rostock – auch dort legten Überflutungen und herabgestürzte Bäume teilweise den Verkehr lahm. Feuerwehr und Polizei kamen nur schwer zu den Einsatzorten. Allein mehr als 150 Einsätze zählte die Polizeiinspektion Rostock. Auf Straßen und Autobahnen kam es zu zahlreichen Unfällen mit Verletzten.

„Xavier“ sorgte zudem für Schäden an Gebäuden. In Schlagsdorf (Nordwestmecklenburg) drohte das Dach einer Sporthalle einzustürzen. In Schwerin durchschlug ein Ast das Dach des Gemeindehauses der Schelfkirche. Mitarbeiter kamen mit dem Schrecken davon. In der Landeshauptstadt und in Boizenburg (Kreis Ludwigslust-Parchim) seien zudem Dächer abgedeckt worden, teilten Polizeisprecher mit. In einem Großteil des Gebietes von Stromversorger Wemag kam es zu Störungen. Insgesamt 35000 Kunden in Westmecklenburg,

Prignitz und im Amt Neuhaus hatten zeitweise keinen Strom. Auch hier erschwerten umgekippte Bäume und Straßensperrungen die Störungsbeseitigung.

P. Schã¼lermann/ S. Tretropp

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