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MV aktuell Zapfenstreich im Winterwald
Nachrichten MV aktuell Zapfenstreich im Winterwald
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00:01 13.02.2018

Frost und Nässe machen den Zapfenpflückern dieser Tage zu schaffen. Doch im Winter ist Erntezeit für das Saatgut der wichtigsten Nadelbaumart der Region: Kiefern machen mehr als ein Drittel der Nadelwälder in Mecklenburg-Vorpommern aus. Die Kiefern-Saatgutwälder umfassen derzeit 8,8 Hektar an drei Standorten im Nordosten.

Vor 60 Jahren wurden in Voigtsdorf bei Parchim die ersten Plantagen zur Kiefernzucht, Samengewinnung und zum Erhalt der genetischen Vielfalt angelegt und danach Hektar für Hektar erweitert, wie Manuela Springer, Leiterin der Landesforstbaumschule, sagt. Die Kiefern-Saatgutwälder umfassen derzeit 8,8 Hektar an drei Standorten Mecklenburg-Vorpommerns. Dazu kommen Anpflanzungen mit Douglasien, Erlen, Fichten, Lärchen, Vogelkirschen, Weymouthkiefern, Wildäpfeln.

Forstwirtin Regina Birkhahn geht seit sieben Jahren in die Winterernte. „Trotz Kälte eine schöne Arbeit mit guter Aussicht“, sagt sie. Die extra gezogenen, zurecht gestutzten Kiefern erreichen nicht mal 15 Meter Höhe, haben dafür aber luftige Kronen, in denen viele Zapfen reifen können.

Gepflückt würden die Früchte, solange sie noch grün und verschlossen sind, also bis Ende Februar, erklärt Diplom-Forstingenieurin Springer. Öffneten sich die Zapfen bereits am Baum, so fielen die Samen heraus und seien für eine gezielte Aufzucht junger Bäumchen und das Pflanzen neuer Wälder verloren.

Im Korb eines selbstfahrenden Hubsteigers umrunden die Zapfenpflücker jede einzelne Kiefer der Voigtsdorfer Plantage. Mal hängen die Zapfen dicht, mitunter kommt aber kaum eine Handvoll zusammen.

Dieses Jahr falle die Ernte sehr mager aus, erklärt Springer. Statt rund einer Tonne Zapfen je Hektar würde wohl nur eine halbe Tonne von den Bäumen geholt werden können. Ein Grund für die geringe Ernte sei wohl die Witterung zur Blüte- und Reifezeit. Doch auch frisch geschnittene Nadelbäume trügen weniger. In jedem Fall müssten die Pflücker kraftvoll zu Werke gehen, denn die grünen Zapfen hingen fest an den Zweigen und müssten regelrecht heruntergerissen werden, meint Regina Birkhahn.

Aufwändig sind auch Anlegen und Erhalten der wertvollen Plantagen, weiß Springer. Die Bäume, die Saatgut produzieren, entstünden unter anderem durch Klonen von besonders gut gewachsenen, an den Standort angepassten Pflanzen. Äste von ausgesuchten „Mutterbäumen“ würden auf einen Stubben – ein Stammstück mit Wurzeln – aufgepfropft.

Mindestens zehn Jahre lang dauert es, bis eine erntefähige Kiefer herangewachsen ist. 41 Klone stehen derzeit in Voigtsdorf, insgesamt um die 540 Kiefern. Neben dem jährlichen Baumschnitt und ständigem Auslichten braucht der Samenwald so wie ein Obstgarten auch sorgfältige Bodenpflege – die übernehmen Rinder. Die Tiere fressen Unkraut und Wildwuchs und düngen mit ihrem Kot die Anlage.

Zwar würden in diesem Jahr weit weniger und auch deutlich kleinere Zapfen als sonst von den Saatgutkiefern im Nordosten geholt, doch die Qualität sei nicht schlechter als in den Jahren zuvor, betont Springer. Im Schnitt ergeben hundert Kilogramm Zapfen 1,5 Kilogramm reines Saatgut für etwa 45 000 Pflanzen.

Getrocknet und aufbereitet würden die Zapfen in der Samendarre der Landesforst in Jatznick (Landkreis Vorpommern-Greifswald). Aus den Früchten der Voigtsdorfer Kiefern werden dann schließlich neue Bäume für die Wälder in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Schleswig-Holstein gezogen.

Grit Büttner

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