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Zehn Wochen nach Sturmflut: Viele Strände noch beschädigt

Rostock Zehn Wochen nach Sturmflut: Viele Strände noch beschädigt

Nicht alle Ostseebäder in MV schaffen es, die von Tief „Axel“ zerstörten Küstenabschnitte und Wege bis Ostern wieder herzurichten

Rostock. Zehn Wochen nach der verheerenden Sturmflut „Axel“ liegt eine erste Bilanz vor. Laut Landesumweltministerium beantragten 36 Gemeinden entlang der Ostsee 12,44 Millionen Euro an Hilfsmitteln. Hinzu kommen Eigenmittel der Kommunen von 25 bis 50 Prozent. Das ist weniger, als anfangs befürchtet worden war. Allein das Land hatte seinen Anteil zunächst auf 25 Millionen Euro beziffert. Nicht alle Orte schaffen es jedoch, beschädigte Strände und Wege bis zum touristisch wichtigen Osterwochenende in vier Wochen wieder herzurichten. Und es wird Kritik am Hilfsprogramm des Landes laut.

44

Anträge

auf Hilfsmittel stellten Gemeinden und

Verbände beim Land.

Neun davon sind laut Umweltministerum kurz vor der Bewilligung.

Die Kommunen müssen einen Eigenanteil

von 50 bis 75 Prozent aufbringen.

„Wir erwarten, wie versprochen, eine schnelle und komplikationslose Lösung“, sagt Karsten Schneider (parteilos), Bürgermeister im Ostseebad Binz auf Rügen. Davon könne bislang aber nicht die Rede sein. Schneider: „Die Bearbeitung der Fördermittel stellt uns nicht zufrieden.“ Die Bewilligung dauere zu lange, zudem müssen die Gemeinden Eigenanteile von bis zu 50 Prozent aufbringen. Das gefährde Zukunftsinvestitionen im Ostseebad, das eigentlich finanziell gut dasteht.

In Zempin auf Usedom, von wo aus Bilder eines weggerissenen Kiosks fast um die ganze Welt gingen, herrscht ebenfalls Unzufriedenheit. „Die Hilfe ist noch nicht so nachhaltig, wie es versprochen wurde“, sagt Karl-Heinz Schröder (CDU), Leiter des zuständigen Amtes Usedom-Süd. Es müsse dringend mehr für den Küstenschutz getan werden, „sonst zerbricht die Insel bei der nächsten Sturmflut“, warnt Schröder. Die Aufbau-Hilfe komme nur schleppend in Gang, es gebe viele Abstimmungsprobleme mit Behörden des Umweltministeriums. Zempin will die zerstörte Uferpromenade wieder aufbauen.

Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte in der Vergangenheit argumentiert, dass die Fläche am Wasser nicht für Tourismus-Infrastruktur vorgesehen sei und weniger Hochwasserschutz benötige.

In Rerik (Landkreis Rostock) wurde ein beliebter Radweg in der Nähe des Strandes auf 150 Meter Länger unterspült und sackte weg. Noch versperren Trümmer den Weg zum Strand. Laut Kurverwaltung sollen die Reste des Weges noch vor Ostern beseitigt werden. Wann und ob überhaupt der Radweg wieder aufgebaut wird, ist noch unklar. Auch in Heiligendamm (Landkreis Rostock) bleibt ein beschädigter Steg am Ufer gesperrt. In Binz werden die Bauarbeiten ebenfalls nicht vor Ostern fertig. Die Strandzugänge wurden behelfsmäßig wieder hergerichtet. Bis Mai sollen die Bautätigkeiten abgeschlossen sein, so Bürgermeister Schneider.

Andere Ostseebäder wollen bis Ostern fertig sein: „Wir hoffen, dass wir das hinbekommen“, sagt Claudia Hörl, Kurdirektorin von Boltenhagen (Landkreis Nordwestmecklenburg). „Axel“ spülte große Mengen Treibgut an den Strand, die nun eingesammelt und entsorgt werden müssen. Ahrenshoop (Vorpommern-Rügen) ist bereits fertig. Strandaufgänge waren nicht mehr begehbar. Bauhof-Mitarbeiter stellten den alten Zustand wieder her. „Aus unserer Sicht ist alles getan“, sagt Kurdirektor Roland Völcker. Seite 5

Gerald Kleine Wördemann

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