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MV aktuell Zeit der Tornados beginnt mit Wasserhose über der Ostsee
Nachrichten MV aktuell Zeit der Tornados beginnt mit Wasserhose über der Ostsee
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11:35 27.04.2016
12. Mai 2015: Aufräumen in Bützow eine Woche nach dem Wirbelsturm. Die Schäden waren enorm. Quelle: Frank Söllner

. Neben dem am Montag über Elmenhorst bei Rostock beobachteten Tornado hat es außerdem über der Ostsee eine Wasserhose gegeben. Ines Herrnbrodt, Wetterbeobachterin beim Deutschen Wetterdienst in Warnemünde, hatte das seltene Wetterphänomen morgens gegen 7.20 Uhr vom Strand in Heiligendamm aus gesehen. „Ich war vor Dienstbeginn mit den Hunden unterwegs, da sah ich, dass sich in Richtung Nienhagen über der See eine Wasserhose gebildet hatte“, erfuhr die OSTSEEZEITUNG gestern von der Wetter-Fachfrau. Mehrere Minuten sei der typische „Rüssel“ zu sehen gewesen.

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Statistiker stellen im Frühjahr verstärkt Wirbelstürme fest / Vor einem Jahr richtete eine Windhose in Bützow Verwüstungen an

Die Wasserhose war vielleicht schon der Beginn der diesjährigen Tornadosaison.“Andreas Friedrich, Tornado-Experte vom Deutschen Wetterdienst

Möglicherweise war das sogar dieselbe Erscheinung, die Schüler am Montagmorgen von Elmenhorst aus wahrgenommen hatten. Der Unterschied zwischen beiden Wettererphänomenen: „Eine Wasserhose bricht über Land zusammen, dann ist die meiste Energie weg“, erläutert Ines Herrnbrodt. Dazu passe auch, dass nach dem jüngsten Tornado keine Schäden gemeldet wurden.

Eine Wasserhose sei ein „Tornado über See“, erläutert der Tornado-Experte des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach (Hessen), Andreas Friedrich. In einigen Fällen ziehen solche Verwirbelungen landeinwärts, verlieren dann aber meistens schnell ihre Zerstörungskraft. Wie stark der aktuelle Luftwirbel war, sei schwer zu sagen. „Die Stärke wird anhand der Schäden berechnet, auf dem Wasser entstehen ja aber selten Schäden.“ An Land lässt sich die Kraft von Tornados daran festmachen, ob starke Bäume entwurzelt oder Häuser zerstört wurden.

Für Friedrich war das Wetterphänomen vom Montag „vielleicht schon der Beginn der diesjährigen Tornadosaison“. Im Winter komme es seltener zu Wirbelstürmen. Die Windhose, die 2015 in Bützow (Landkreis Rostock) erhebliche Verwüstungen angerichtet hatte, ereignete sich Anfang Mai. Etwa 30 Menschen wurden damals verletzt, 120 Häuser zum Teil schwer beschädigt. An jenem 5. Mai waren in der Region Ludwigslust-Parchim noch mindestens fünf kleinere Windhosen beobachtet worden.

Der Tornado, der 2009 in Plate (Landkreis Ludwigslust-Parchim) Dächer abgedeckt und Bäume umgerissen hatte, ereignete sich ebenfalls im Frühjahr: am 21. Mai. Der stärkste jemals in Deutschland registrierte Wirbelsturm ist 1764 am 29. Juni in Woldegk (Mecklenburgische Seenplatte) vermerkt. Damals soll es zu Windgeschwindigkeiten über 500 Kilometer pro Stunde (km/h) gekommen sein. „Das entspricht den Werten der starken Tornados in den USA“, sagt Friedrich. Solche Wirbelstürme der Tornado-Stärke 5 seien in Deutschland selten, kommen aber vor. Für Dittersdorf (Sachsen) ist im Jahr 1800 ein zweiter F5-Tornado vermerkt — an einem 23. April. Der Tornado in Bützow fällt mit Windböen um 300 km/h in die Kategorie F3.

Wasserhosen über der Ostsee werden laut DWD-Experte Friedrich aber auch häufig im Herbst beobachtet. „Wenn das Meer viel Wärme abgibt, es in höheren Luftschichten aber schon viel kälter ist.“

Voraussetzung für Wirbelstürme sind unterschiedliche Windrichtungen sowie große Temperaturunterschiede zwischen Boden und der Luft. Dadurch komme es zu Verwirbelungen, die innerhalb von Sekunden entstehen und sich deshalb nicht vorhersagen lassen.

Von Elke Ehlers

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