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MV aktuell Zimmerpreise in Hotels steigen im Schnitt um acht Prozent
Nachrichten MV aktuell Zimmerpreise in Hotels steigen im Schnitt um acht Prozent
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05:28 11.04.2016

Preissprung in Hotels und Gasthöfen: In keinem anderen Bundesland sind die Übernachtungskosten binnen eines Jahres so stark angestiegen wie in Mecklenburg-Vorpommern. Im Vergleich zum März 2015 müssen Gäste im Schnitt acht Prozent mehr pro Nacht und Zimmer zahlen. Das hat das Onlineportal Hotel.de ausgerechnet. Durchschnittlich seien derzeit 72,75 Euro für eine Übernachtung fällig — 5,44 Euro mehr als vor zwölf Monaten. Bundesweit sind dem Portal zufolge die Zimmerpreise um durchschnittlich zwei Prozent erhöht worden.

„Das ist ein ganz schöner Happen und für Urlauber ganz und gar nicht schön“, kommentiert Jürgen Fischer, Chef der Verbraucherzentrale MV. Die Ostseeküste werde bei Reisenden immer beliebter.

Zeitgleich setzen steigende Betriebs- und Personalkosten Touristiker unter Druck. „Da nutzen Hoteliers jede Chance, um ihre Zimmerpreis zu erhöhen. Es wird versucht, bis an die Decke zu gehen“, kritisiert Fischer. Das Problem: Längst nicht jedes Hotel könne für das Geld, was es verlange, entsprechende Leistung liefern. Andererseits würden viele Hoteliers mit stabilen Preisen um Gäste werben, hätten aber Serviceextras gekürzt. „Leistungen, die vorher im Preis inbegriffen waren, sind, unmerklich für den Gast, gestrichen worden“, so Fischer.

Allerdings: Auch wenn die Hoteliers in Mecklenburg-Vorpommern an der Preisschraube gedreht haben: Ihre Zimmer sind nach wie vor günstig. Im Bundesvergleich liegen sie nur auf Platz 13. Die teuersten Hotelbetten stehen in Hamburg: dort werden laut Hotel.de durchschnittlich 96,82 Euro pro Nacht und Zimmer verlangt. Am billigsten nächtigt man in Sachsen-Anhalt (67,52 Euro/Nacht).

Die Branche begründet den Preisanstieg mit dem Mindestlohn, den sie ihren Mitarbeitern seit vergangenem Jahr zahlen muss. Der mache sich in MV besonders stark bemerkbar und sei Preistreiber Nummer eins, erklärt Matthias Dettmann, Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes MV. „Die Hoteliers müssen wirtschaftlich arbeiten und dafür steigende Kosten an die Gäste weitergeben.“ Von Wucher will Dettmann nicht sprechen. „Die Nachfrage und der Markt bestimmen den Preis.“ Drauf zahlt deshalb vor allem, wer für Ferien oder zu Zeiten von Großveranstaltungen bucht: Muss man beispielsweise in Rostock Anfang August um die 100 Euro pro Nacht im Vier-Sterne-Doppelzimmer einplanen, ist eine Woche später zum Beginn der Hanse Sail laut Reiseportal HSR mehr als doppelt so viel fällig.

Wer möglichst günstig nächtigen will, sollte Preise vergleichen und dazu Onlineportale nutzen, rät Verbraucherschützer Fischer — und auch die Internetseiten von Hotels und Pensionen.

Wo sich günstig schlafen lässt, verraten Vermittlungsplattformen wie Airbnb, Wimdu oder Fewo-Direkt. Immer mehr Sparfüchse buchen ihre Urlaubsunterkunft auf dem digitalen Marktplatz. Zum Ärger der Hotelbranche. Längst würden auf den Seiten nicht mehr nur private Zimmer, sondern gewerbliche Ferienwohnungen beworben, beklagt Dettmann. Dabei müssten sich die Gastgeber, anders als Hotels und Pensionen, nicht an Sicherheitsstandards und gesetzliche Vorgaben halten.

Von Antje Bernstein

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