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Zu trocken: Hitze vermiest Pilzesammlern Saisonstart

Neubukow Zu trocken: Hitze vermiest Pilzesammlern Saisonstart

Noch sprießt nur wenig Essbares, doch Besserung ist in Sicht

Neubukow. Wie Goldtupfer blitzen die Köpfchen durch das dröge Buchenlaub. Reinhold Krakow buddelt die Hutträger aus ihrem Versteck. Zum Vorschein kommt knapp eine Handvoll junger Pfifferlinge. Eine magere Ausbeute. „Wer auf viele Speisepilze hofft, braucht momentan nicht in den Wald zu gehen“, sagt der 57-Jährige. Dabei weiß Krakow eigentlich, wo man suchen muss. Der Pilzexperte verrät Sammlern im Wismarer Informationszentrum „Steinpilz“ gute Stellen und nimmt sie mit auf Exkursionen. Doch heute nützt ihm sein Wissen nichts. Auch nach zwei Stunden im Wäldchen bei Neubukow hat Krakow kaum Essbares gefunden.

 

OZ-Bild

Mit Pfifferlingen begann Reinhold Krakows (57) Pilzpassion.

Quelle: Antje Bernstein

Der launische Sommer mit seinen langen Trockenperioden und das aktuelle Hitze-

Comeback vermasseln vielen Sammlern den Start in die Hauptpilzsaison. Etliche, die sich pünktlich zum Septemberbeginn auf in den Wald machten, kehrten mit leeren Körben zurück. Kein Grund, den Herbst vorschnell abzuschreiben, sagt Reinhold Krakow, denn jetzt sollen die Speisepilze sprießen. Dort, wo es vor Kurzem ordentlich gegossen hat, könnten dieses Wochenende schon viele Röhrlinge zu finden sein. Der Hauptschub für Steinpilze soll in etwa einer Woche einsetzen. „Wenn es nicht zu trocken wird.“

Auch im vergangenen Jahr mussten sich Pilzfans bis Mitte September gedulden, wurden dann aber mit einer recht guten Ausbeute belohnt. Glückspilze konnten sich bis in den Dezember hinein über Steinpilz-Funde freuen. Krakow haut sich lieber Stockschwämmchen in die Pfanne. „Die haben ein sattes Aroma.“ Blindlings einsammeln sollten Laien die Waldfrucht aber nicht. Das Stockschwämmchen hat einen tödlichen Doppelgänger: den Gifthäubling. Mehr als 150 dieser fiesen Zwerge haben die Pilzberater im Land im vergangenen Jahr Sammlern aus den Körben gefischt. Insgesamt 292 stark giftige Kappenträger wie Grüne Knollenblätter- oder Pantherpilze wurden 2015 aussortiert.

Fehlgriffe braucht Reinhold Krakow kaum zu fürchten. „Ich gehe nicht in den Wald, um mir eine Mahlzeit zu sammeln.“ Ihm hat es die Vielfalt der Pilzwelt angetan. Die Passion für Pilze hat ihn schon als Kind gepackt. Damals sammelte er mit Oma und Opa Pfifferlinge. Heute sucht er vor allem nach raren Exemplaren. Mindestens zwei mal pro Woche streift Krakow durch die Wälder. Mehr als 1500

Pilzarten hat er dabei bislang entdeckt. 300 will er Besuchern am 24. September im Wismarer „Steinpilz“ präsentieren. Dann steht der erste Europäische Pilztag an. Ausstellungen, Wanderungen und Kochkurse: Bei mehr als 200 Events in sechs Ländern wollen Pilzexperten Laien den Reichtum der Pilzwelt näherbringen.

• Programm: www.pilztag.de

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