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Zu viele Zusatz-Einsätze: Feuerwehren überlastet

Rostock/Schwerin Zu viele Zusatz-Einsätze: Feuerwehren überlastet

Ehrenamtliche beseitigen immer öfter auch Ölspuren und toteTiere

Rostock/Schwerin. Die Freiwilligen Feuerwehren im Land ächzen unter der Zahl ihrer zusätzlichen Einsätze. Landesbrandmeister Hannes Möller klagt über immer mehr artfremde und unnötige Einsätze. „In zunehmendem Maße stoßen die Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern an ihre Belastungsgrenzen“, sagt Möller. Den ehrenamtlichen Helfern würden Tätigkeiten aufgebürdet, die nicht zu ihren eigentlichen Aufgaben gehörten.

 

OZ-Bild

„Zunehmend stoßen die freiwilligen Feuerwehren in MV an ihre Grenzen.“„ Hannes Möller, Landesbrandmeister

So komme es vor, dass die Kameraden in Zeiten der Vogelgrippe häufiger Tierkadaver aufsammeln. Auch müssten sie Wohnungstüren aufbrechen oder die Straße nach Unfällen säubern. Dies könne nicht Aufgabe von Ehrenamtlern sein, sagte Möller. Es habe auch schon kritische Nachfragen von Arbeitgebern gegeben, weil diese ihre Mitarbeiter für den Einsatz freistellen.

„Wieso müssen das unsere Leute in ihrer Freizeit oder während ihrer Arbeitszeit machen, wo es doch Straßenmeistereien gibt, die dafür verantwortlich sind oder Spezialfirmen, die beauftragt werden können?“, fragt der Landesbrandmeister. Er fürchtet, dass sich die Behörden immer weiter aus der öffentlichen Infrastruktur zurückziehen wollen – zulasten der unbezahlten Ehrenamtlichen, deren Aufgabe es eigentlich ist, Menschen zu retten.

Das Innenministerium, zuständig für Feuerwehren und Katastrophenschutz im Land, stärkt in der Angelegenheit den Feuerwehren den Rücken. Auf OZ-Anfrage betont Sprecherin Marion Schlender, dass die Grundaufgaben der Feuerwehren Brandschutz und technische Hilfeleistung seien. Sie könnten gemäß dem Brandschutzgesetz jedoch auch bei der Beseitigung von Umweltgefahren unterstützen. „Hierbei sollte es sich jedoch nur um Akutmaßnahmen handeln. Es sollte keine ständige Aufgabe der Freiwilligen Feuerwehren sein“, sagt Schlender.

Betroffen sind dabei auch Einsätze wie diese: Es ist Sonntagmittag, ein stark übergewichtiger Patient wird aus dem Krankenhaus entlassen und muss nach Hause transportiert werden. „Dann wird die Freiwillige Feuerwehr gerufen, um den Mann hochzutragen. Mit welchem Recht?“, fragt Möller. Natürlich leiste man Hilfe, wenn es nötig sei, aber wenn solche Einsätze mit schweren Patienten insgesamt zunehmen, müsse sich auch der Rettungsdienst darauf einstellen. Vorpommern-Rügens Kreiswehrführer Gerd Scharmberg ergänzt, dass solche Einsätze nicht von der Krankenkasse gezahlt würden. Die Landkreise müssten so aufgestellt sein, diese Aufgabe auch ohne Unterstützung der Feuerwehr erledigen zu können, heißt es dazu aus dem Innenministerium.

Der Trend, im Zweifel die Feuerwehr zu rufen, hat sich nach Möllers Ansicht in den letzten Jahren „eingeschlichen“. MV-weite Einsatzzahlen für 2016 liegen noch nicht vor. Aber der Brandmeister betont, er wisse von zahlreichen Feuerwehren, dass die Zahlen steigen würden. Er regt deshalb Gespräche mit den Landkreisen zu dem Thema an. Seiten 5 und 6

Virginie Wolfram

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