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Zugelassene Arzneimittel: Zwei Rückrufe pro Monat

Rostock Zugelassene Arzneimittel: Zwei Rückrufe pro Monat

. Nach dem Essen, auf nüchternen Magen oder nur vor dem Schlafengehen? Den Überblick darüber zu behalten, wann und wie welche Medikamente einzunehmen sind, fällt ...

Rostock. . Nach dem Essen, auf nüchternen Magen oder nur vor dem Schlafengehen? Den Überblick darüber zu behalten, wann und wie welche Medikamente einzunehmen sind, fällt schwer, wenn man täglich gleich eine Handvoll verschiedener Pillen einnehmen muss. Viele Einnahmefehler wären vermeidbar, enden stattdessen aber allzu oft in der Notaufnahme. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte schätzt, dass in Deutschland jedes Jahr etwa 500000 Menschen wegen unerwünschten Arzneimittelwirkungen ins Krankenhaus müssen. Die Kosten, um solche Medikationsfehler ambulant zu behandeln, sollen sich auf jährlich rund 800 Millionen Euro belaufen.

In der Notaufnahme der Uni-Klinik Rostock haben es die Ärzte oft mit Menschen zu tun, die bewusst zu viel Arznei geschluckt haben. „Ein bis zwei solcher Patienten landen pro Woche bei uns“, berichtet Dr. Raimund Höft.

Doch selbst wenn Patienten sich an alle Vorgaben halten, kann sie ein Medikament krank machen: Viele neue Arzneien, die für den deutschen Markt zugelassen werden, rufen Pharmafirmen wegen unerwünschter Nebenwirkungen zurück: Pro Monat flattern Medizinern im Schnitt zwei sogenannte Rote-Hand-Briefe ins Haus, sagt Jörn Campenhausen vom Landeshausärzteverband Mecklenburg-Vorpommern. Vor zwei Jahren war auf einen Schlag für 79 Nachahmer-Präparate (Generika) ein bundesweiter Verkaufsstopp verhängt worden, nachdem herauskam, dass Pharmastudien manipuliert worden waren.

Ab sofort sollen Patienten stärker mithelfen, dass gefährliche Nebenwirkungen von Medikamenten und Impfstoffen bekannt werden. Wer bei der Einnahme eines Medikamentes Nebenwirkungen beobachtet, solle sich damit ruhig direkt an die Behörden wenden, teilt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte mit. Auf der Internet-Seite des Instituts gibt es dafür ein Formular.

Bislang erfahren die Experten vor allem über Ärzte und Apotheker, wenn Medikamente bei Patienten unerwünschte Nebenwirkungen verursachen. ab Nebenwirkung melden: www.bfarm.de Giftnotruf: ☎ 0361/ 730730

OZ

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