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Zulieferer rüsten sich fürs Kreuzfahrtgeschäft

Zulieferer rüsten sich fürs Kreuzfahrtgeschäft

Viele Unternehmen wollen mit „MV Werften“ zusammenarbeiten / Kaum Ingenieure und Werftarbeiter auf dem Arbeitsmarkt

Wismar/Stralsund/Rostock. Die Zulieferer in Mecklenburg-Vorpommern rüsten sich für das künftige Kreuzfahrtgeschäft mit dem neuen Werften-Verbund „MV Werften“. Ersten Schätzungen zufolge könnte sich ihre Jahresleistung durch eine Kooperation von derzeit 250 Millionen Euro auf etwa 400 Millionen Euro erhöhen – nur im Schiffbau. „Das wird aber kein Selbstläufer, wir müssen uns harten Herausforderungen und Konditionen stellen“, betont ein Sprecher des Zulieferer-Netzwerkes MAZA.

Zurzeit verdienen die meisten der rund 100 Unternehmen etwa 70 Prozent ihres Umsatzes in anderen Bundesländern und im Ausland. Doch seit der asiatische Genting-Konzern im Mai bekanntgab, in Mecklenburg-Vorpommern Mega-Yachten und Kreuzfahrtschiffe bauen zu lassen, wird an einer Strategie gearbeitet, den heimischen Markt zurückzuerobern. Das wollen die Zulieferer am liebsten in einer großen Allianz tun.

Deshalb haben sie ein offenes Schiffbau-Bündnis gegründet. In dem arbeiten auch Werften und Forschungsfirmen mit. Letztere sollen dabei helfen, die Qualität und Leistungsfähigkeit zu erhöhen. „Der Bau von Kreuzfahrtschiffen ist anspruchsvoll. Wenn wir von dem Geschäft profitieren wollen, müssen wir uns aktiv einbringen und weiterentwickeln“, betont der MAZA-Sprecher.

Weltweit teilen sich bisher drei Spezialisten das Geschäft mit dem Bau von Kreuzfahrtschiffen: die Meyer Werft im niedersächsischen Papenburg, Fincantieri im italienischen Triest und STX an der französischen Loire-Mündung. Ihre Bauplätze sind bis 2024 ausgebucht. Deshalb will Genting die dringend benötigten Schiffe für die konzerneigenen Reedereien jetzt selber bauen – in seinen drei Werften in Mecklenburg-Vorpommern. Dafür soll die Belegschaft in den kommenden drei Jahren von derzeit 1400 Mitarbeitern verdoppelt werden. Schiffbau-Experten rechnen damit, dass das zu einem Wettstreit mit Papenburg führt. Denn: „So viele Schiffbauer haben wir in Deutschland nicht“, sagt der Hamburger Schiffbau-Experte Stefan Krüger. In MV sind trotz der Auftragsflaute in den vergangenen Jahren aktuell gerade mal 57 Schiffbauer arbeitslos gemeldet und sieben Schiffbauingenieure. „Deshalb wird es wahrscheinlich auch zu Abwerbungen kommen und man muss auch auf das Ausland zurückgreifen“, sagt Krüger. Das Wichtigste sei, fähige Ingenieure zu finden. Sie seien der Grundstein für ein erfolgreiches Kreuzfahrt-Geschäft. „Serienbauten sind da nicht gefragt, jedes Schiff ist ein Unikat“, erklärt Krüger.

In Papenburg gibt man sich offiziell noch gelassen: „Jede Firma steht im Wettbewerb innerhalb einer Branche sowie national und international. Das ist normal“, sagt Peter Hackmann, Pressesprecher der Meyer Werft. Doch die will nun auch ihren Rostocker Standort – die Neptun Werft – aufrüsten und hier eine neue Produktionshalle errichten. Ziel ist es, in Zukunft schneller Kreuzfahrtschiffe zu bauen.

Kerstin Schröder

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