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00:05 10.10.2017
Reinhard Wittwer mit Hokkaido-Kürbissen auf seinem Gemüsehof in Bastorf bei Kühlungsborn. Quelle: Foto: Bernd Wüstneck/dpa
Bastorf

. „Kürbisse zu finden ist wesentlich leichter als Pilze“, sagt Reinhard Wittwer lachend und schreitet durch sein Feld mit den leuchtend orangefarbenen Früchten, die sofort ins Auge fallen. Anfang Oktober sind die meisten Hokkaidos, eine von Verbrauchern bevorzugte Sorte, voll ausgereift. Allerdings deutlich später als in den Jahren zuvor. Das Frühjahr war zu kalt und der Sommer verregnet, erklärt der Landwirt aus Bastorf (Landkreis Rostock). Unweit der Ostsee finden Kürbisse nahezu ideale Wachstumsbedingungen. Wittwer schneidet nur die voll reifen Hokkaidos ab. Je weiter sie entwickelt sind, umso intensiver ist der Geschmack. Kürbisse brauchen Wittwer zufolge vor allem ausreichend Wärme, um gedeihen zu können. Der Herbst hatte bislang viele schöne Tage.

Ein paar Kilometer weiter in Steinhausen bei Wismar ist die Ernte weitestgehend abgeschlossen. Die dortige Agrargenossenschaft gilt mit rund zwölf Hektar als größter Kürbisanbauer in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt baut rund ein Dutzend Betriebe im Land das Gemüse an. Der Verkauf läuft seit vier Wochen auf Hochtouren. Chef Michael Brink setzt auf Sortenvielfalt. Von fast weiß

bis nahezu schwarz, rot, grün und gelb - das Gemüse hat eine große Farben- und Geschmacksbreite.

Die Gastronomie fragt derzeit viel Kürbis nach. „Zwischenzeitlich fast vergessen ist der Kürbis wieder ein Highlight auf den Speisekarten“, heißt es beim Hotel- und Gaststättenverband. Und so finden vielerorts Kürbistage statt – auf Rügen, Usedom, Fischland-Darß-Zingst oder in der Mecklenburgischen Seenplatte. Ob gebraten, gedünstet, gebacken, gekocht, als Suppe, aus Kürbis lässt sich vieles machen, auch Öl. In Österreich, in der Steiermark, wurden eigens dafür samenschalenlose Sorten gezüchtet. Und in den USA gibt es kein Erntefest – kein Thanksgiving – ohne Pumpkin Pie, den Kürbiskuchen. 

Karls Erlebnisdorf in Rövershagen bei Rostock bietet die ganze Bandbreite. 15 Sorten, zigtausend Stück. Darunter auch Kürbisse zum Schnitzen, die vor Halloween besonders beliebt sind. Aus den USA und Irland kam der Brauch, am Vorabend von Allerheiligen, in der Nacht zum 1. November, geschnitzte, hell ausgeleuchtete Kürbisse aufzustellen. In Steinhausen werden die dafür notwendigen Riesenkürbisse angebaut. Je größer, umso furchterregender womöglich das hineingeschnitzte Gesicht. „Da gibt es inzwischen wahre Künstler“, berichtet die Sprecherin des Erdbeerhofs, Nadja Schriever. Sie freut sich auf möglichst viele Mitmacher in der Schnitz-Werkstatt im „Grusel-Oktober“ in Rövershagen.

Jã¼rgen Drewes

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