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MV aktuell Zwei Männer, zwei Wahrheiten
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00:05 24.09.2016

Opfer oder Täter? Auf diese Frage spitzt sich der Streit zwischen Leif-Erik Holm, früherer Moderator des Radiosenders Antenne MV, und seinem ehemaligen Chef Rober Weber zu. Beide präsentierten in den vergangenen Tagen unterschiedliche Sichten über das Ende von Holms Job beim Sender im Frühjahr 2013. Wiederholt hatte der frühere Moderator in Wahlkampfreden der AfD erklärt, er sei wegen seines politischen Engagements gefeuert worden. Weber widersprach – und legt jetzt nach. Holm wirft er „mediale Effekthascherei“ vor.

Robert Weber, Antenne MV Quelle: Söllner

„Wir wollten einvernehmlich eine klare Trennung“, sagte Antenne-Geschäftsführer Weber gestern gegenüber der OZ. Er habe es für „hygienischer“ gehalten, sich vom Moderator zu trennen, als dieser 2013 AfD-Landessprecher wurde. Radiosprecher und Partei-Frontmann – dies schließe sich gegenseitig aus. Beide Seiten hätten das so gesehen, auch Holm. „Diese Unvereinbarkeit eines derartig exponierten politischen Amtes mit einer journalistischen Berufsausübung war Ihnen damals bewusst“, schreibt Weber jetzt in einem Brief an Holm. Beide Seiten seien „einvernehmlich“ zum Ergebnis gekommen, dass die Arbeit bis auf weiteres ruhen sollte. Eine Kündigung wäre rein rechtlich gar nicht nötig gewesen, so Weber, da Holm auf eigenen Wunsch als freier Mitarbeiter tätig gewesen sei. Der Sender hätte einfach seine Dienste nicht mehr in Anspruch nehmen müssen.

„Das ist Quatsch“, reagierte Holm gestern. Er hält an seiner Version fest, dass der Sender ihm einseitig gekündigt habe – und sieht einen Beleg in einem Schriftstück vom Mai 2013, in dem der Sender das Arbeitsverhältnis aufkündigt. Holm: „Einvernehmlich war es natürlich nicht.“ Wohl erkenne er das Konfliktpotenzial zwischen politischer und journalistischer Arbeit. „Es hätte aber auch eine andere Lösung geben können.“

Weber bestätigt das Schreiben, das er und der frühere Programmchef des Senders unterzeichnet hätten. Es sei erstellt worden, um Klarheit zu schaffen, damit sich Holm nicht weiterhin als Mitarbeiter des Senders ausgeben konnte. Er sei „enttäuscht“ von Holm, erklärt der Antenne-Chef. Schließlich habe der Sender damals dem Wunsch des Moderators zur freien Mitarbeit entsprochen, weil dieser parallel in Berlin studierte.

Künftig wird Holm als AfD-Fraktionschef im Schweriner Landtag sitzen. Er wünsche sich, dass diese „steuerfinanzierte Tätigkeit“ das Land positiv beeinflusse, so Weber spitz. Holm bekommt pro Monat gut 11000 Euro.

Frank Pubantz

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