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Zwei Tote in MV durch Modedroge „Legal High“

Rostock Zwei Tote in MV durch Modedroge „Legal High“

Die Namen der mit synthetischen Drogen vermischten Kräutermischungen klingen harmlos und verführerisch: „Jamaican Gold“, „Scoobie Snacks“ oder – der bekannteste Vertreter – „Spice“.

Rostock. Die Namen der mit synthetischen Drogen vermischten Kräutermischungen klingen harmlos und verführerisch: „Jamaican Gold“, „Scoobie Snacks“ oder – der bekannteste Vertreter – „Spice“. Zusammengefasst werden sie unter „Legal Highs“. „Doch sie sind alles andere als harmlos“, sagt der Rostocker Rechtsmediziner Andreas Büttner.

Erst jüngst hatte der Institutschef zwei Männer obduziert, bei denen der alleinige Konsum dieser Droge für deren Tod verantwortlich war. Derzeit werde ein dritter, ähnlich gelagerter Tod eines 37-Jährigen aus Mecklenburg-Vorpommern überprüft, der letzte Beweis stehe aber noch aus. Der Fall werde in einem Freiburger rechtsmedizinischen Speziallabor untersucht. Der Nachweis dieser sogenannten Cannabinoide als alleinige Todesursache sei in Deutschland nahezu unbekannt. Büttner stellte die Fälle auf der Tagung der norddeutschen Rechtsmediziner gestern in Rostock vor.

Ein 29-jähriger Strafgefangener der JVA Bützow war im Januar nach dem Konsum einer Kräutermischung leblos aufgefunden worden. Bei der Obduktion wurde das synthetische Cannabinoid 5F-ADB nachgewiesen.

Kurze Zeit später obduzierte Büttner einen 35-Jährigen, der eine dieser Mischungen im Internet bestellt hatte. Dort war den Ermittlungen zufolge noch eine Gratisprobe beigelegt. Am Tag nach deren Konsum war er tot – Todesursache 5F-ADB, das noch nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Beide Männer starben an Herz-Kreislauf-Versagen. Der 35-Jährige hatte wie der 37-Jährige die Droge mit einer Wasserpfeife zu sich genommen.

„Die Mischungen werden massiv unterschätzt“, warnt Büttner. Niemand wisse beim Experimentieren, welch gefährliche Stoffe die Mischungen enthalten können. Sie seien oft deutlich potenter als der Cannabis-Wirkstoff THC und problemlos im Internet zu bekommen. Der Nachweis dieser Wirkstoffe bei Obduktionen erfordere hochsensitive und teure Messverfahren, die nur in wenigen Zentren in Deutschland etabliert sind. Beim BKA sind rund 1500 verschiedene Legal Highs mit rund 160 unterschiedlichen Wirkstoffen registriert.

OZ

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