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Zweitausendfache Hilfe für Willi

Stralsund Zweitausendfache Hilfe für Willi

Junge aus Groß Mohrdorf an Blutkrebs erkrankt / Menschen aus ganz MV lassen sich als mögliche Stammzellspender registrieren

Stralsund. Was für ein großartiger Akt des Mitgefühls: Eine nicht enden wollende Menschenschlange hatte sich gestern vor der Sporthalle in Prohn bei Stralsund gebildet.

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Junge aus Groß Mohrdorf an Blutkrebs erkrankt / Menschen aus ganz MV lassen sich als mögliche Stammzellspender registrieren

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Alle wollten dem an Blutkrebs erkrankten Willi (11) aus Groß Mohrdorf helfen. Weit mehr als 2000 Frauen und Männer gaben im Laufe des Tages eine Blutprobe ab, um sich als mögliche Stammzellenspender in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren zu lassen. „Wir sind überwältigt von der Resonanz“, sagte Prohns Bürgermeister Peter Messing. Tief gerührt zeigte sich die Leiterin der Regionalen Schule „An der Prohner Wiek“, Christel Bräunig. „Ich bin total ergriffen und begeistert, wie vielen Menschen das Schicksal unseres Schülers Willi nicht gleichgültig ist“, sagte sie mit belegter Stimme.

Die Spender kamen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern, sogar ein voll besetzter Reisebus parkte in der Nähe der Sporthalle. Oldtimer-Clubs und Biker-Vereine fuhren mit ihren Maschinen vor, ein großer Pulk Radfahrer kam aus Stralsund, nahezu alle Stralsunder Sportvereine waren dabei. Es war eine der größten Typisierungsaktionen, die MV je erlebt hat. Und alle, die teilnahmen, wollen Willis Leben retten.

Für den 11-Jährigen hat sich das Leben seit der schlimmen Diagnose schlagartig verändert. Der sonst so agile Junge klagte immer häufiger über Müdigkeit. Seine Eltern sind so mitgenommen, dass sie derzeit nicht darüber sprechen können. Nur ein Stammzellenspender, dessen Gewebeproben mit denen Willis übereinstimmen, kann sein Leben retten.

„Willi ist Mitglied unserer Jugendfeuerwehr. Da mussten wir einfach helfen“, meint Ralf Lange, Wehrführer von Groß Mohrdorf. Seine Leute sowie die Wehren aus Prohn, Altenpleen, Klausdorf und Preetz hatten die Typisierungsaktion gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) und dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) vorbereitet. Martin Quarg vom Kölner DKMS-Büro war gestern von der Resonanz überwältigt. „Wir konnten den unglaublichen Ansturm bis 17 Uhr nicht bewältigen.“ Es bestehe aber die Möglichkeit, sich ein Briefspenderset zuschicken lassen und eine Speichelprobe an die DKMS zu senden. Willkommen seien auch Geldspenden. Ein Test koste 40 Euro.

Die DKMS hatte in letzter Zeit bereits bei mehreren Spendenaktionen um Hilfe für Patienten in MV gebeten. So kamen im Februar 1134 potenzielle Spender nach Rostock, um der 39-jährigen Sylvia Horack zu helfen. Am Ende fand sich ein Spender aus Süddeutschland.

In Wismar hatten sich zwei Wochen zuvor 876 Menschen gemeldet, die der 29-jährigen Anne Schielke helfen wollten — und das obwohl für Anne bereits ein Spender gefunden worden war.

• www.dkms.de

Größte Spendendatei der Welt

5 Millionen potenzielle Spender von Rückenmark führt die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) weltweit auf, darunter vier Millionen in Deutschland. Damit verfügt die gemeinnützige DKMS über die größte Spenderdatei überhaupt. Als Spender kommen alle Personen im Alter zwischen 17 und 55 Jahren infrage, die keine Vorerkrankungen des blutbildenden Systems oder andere gesundheitliche Probleme haben. Die Spende wird erst entnommen, wenn sie benötigt wird.

Von Christian Rödel

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