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MV aktuell Zwischen Angela Merkel, Radio und Playboy
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00:05 25.10.2017
Rostock

/Zingst. Für die einen ist es der Traumjob, manche sehen darin den Verfall unserer Gesellschaft. Für wieder andere klingt es nach einer Virusgrippe: Mit den sogenannte Influencern gibt es eine neue Möglichkeit, Geld zu verdienen. Gemeint sind Menschen, die großen Einfluss haben, weil ihnen viele Leute in den sozialen Medien folgen.

Influencerin Julia Porath (31) aus Rostock über Hasskommentare und ihr Treffen mit der Kanzlerin

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Oft machen sie Marketing und bewerben auf ihren Kanälen Produkte. Die OZ stellt drei erfolgreiche Influencer aus MV vor. Julia Porath, Ulrike Kulling und Nico Serapins. Heute: Julia Porath (31), aufgewachsen in Zingst, lebt in Rostock.

Bekannt ist sie aus der Julia Porath Show samstags auf Antenne MV. Die „Paris Hilton des Radios“muss sich nicht hinterm Mikrofon verstecken: Mit einem „Radio-Gesicht“ hätte sie keine 133000

„Gefällt-mir“-Klicks auf der Plattform Facebook und keine 20000 Follower bei Instagram. Und sie wäre nicht unter den sechs „schönsten Radiomoderatorinnen Deutschlands“ im Playboy zu sehen gewesen. Porath ist nicht nur Radiomoderatorin, sondern auch Influencerin und Bloggerin.

Was viele unterschätzen: Influencerin zu sein, bedeutet viel Arbeit. Vorbereitungen für die Radioshow, Kooperationen besprechen und die aktuellsten Trends auch bei „Schietwedder“ lächelnd in Szene setzen. Das Mittagessen fotografieren und ein Video für die „Story“ auf Instagram filmen. „Das mag auf andere seltsam wirken, aber das ist mein Job und im besten Fall kann man damit mittlerweile Geld verdienen“, so die 31-Jährige.

Die Kritik am Influencer-Dasein kann sie auch verstehen: „Machen wir uns nichts vor: Instagram ist eine Scheinwelt“, räumt sie ein. „Es gibt aber Mädels, die nicht diese perfekte Figur haben und das gerne zeigen. Sie machen anderen Mut. Das finde ich wichtig“, sagt Porath. Sie selbst bearbeite auch mal Licht und Kontrast, würde ihre Fotos allerdings nicht mit Photoshop verändern: „Weil das dann nicht mehr ich bin.“

Wer sich in der Öffentlichkeit präsentiert, muss mit negativen Reaktionen rechnen. Die Influencerin erklärt: „Bei Mode ist es mir egal. Aber bei Politik kann das schnell ausarten.“ Sie habe mal ein Foto mit Angela Merkel gemacht und die Reaktionen seien gemischt gewesen. „Es ist mir auch schon vor dem Posten klar, dass das nach hinten losgehen kann. Aber ich mache es trotzdem, weil ich es cool finde.“ Sie sei stolz auf die Kanzlerin – und das schreibe sie dann auch. Gehen Kommentare unter die Gürtellinie, werden sie gelöscht. „Das mache ich eigentlich nicht, aber wenn es Hasskommentare sind, haben die nichts auf meiner Seite zu suchen.“

Das betrifft nicht nur ihre Facebook- oder Instagramseiten, sondern auch ihren neuen Blog. Dort diskutiert sie neben Mode auch Themen wie „Kreuzfahrt – nur was für Spießer?“ oder den Einhorn- Trend.

Ihr Hauptjob, betont sie, sei aber immer noch Radiomoderatorin.

Lina Knaack

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