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Bruno Mars räumt sechs Grammys ab

Musik-Verleihung 2018 Bruno Mars räumt sechs Grammys ab

Bruno Mars ist der Gewinner des Abends – ansonsten wirkte die Veranstaltung eher mutlos: Die Musikbranche feiert sich bei der 60. Grammy-Verleihung vor allem selbst. Erfreulich ist immerhin, dass eine deutsche Band einen der begehrten Preise bekommen hat.

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Bruno Mars gewann mit dem Titel „24K Magic“ und dem gleichnamigen Album unter anderem Preise für das beste Album, die beste Aufnahme und das beste Lied des Jahres.

Quelle: dpa

New York. Egal, ob bei den Golden Globes oder dem TV-Preis Emmys: Wer in diesen Wochen eine Preisverleihung aus Hollywood schaut, der spürt, wie eine ganze Branche mit vielen Missbrauchsvorwürfen hadert und versucht, der „#metoo“-Debatte über Gewalt und Belästigung gerecht zu werden. Welch ein Kontrast war die Verleihung des weltweit bedeutendsten Musikpreises Grammy am Sonntag in New York: Ganze zwei Stunden dauerte es da, bis sich die versammelte Musikprominenz zum ersten deutlichen Ansprechen der Problematik durchrang. Und auch sonst diente der Abend in viel zu vielen Momenten der Selbstbeweihräucherung einer offenbar seltsam zufriedenen Branche.

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In New York sind zum 60. Mal die Grammys verliehen worden, die als begehrteste Musik-Trophäen der Welt gelten. Über die Gewinner in den insgesamt 84 Kategorien entscheiden rund 13.000 Experten aus der Musikbranche.

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Rapper Jay-Z ging leer aus

Zumindest Preise gab es reichlich. Der Abräumer des Abends ist der R&B- und Funk-Sänger Bruno Mars. Er ist mit seinem Team gleich mit sechs der begehrten Trophäen ausgezeichnet worden. Mars gewann mit dem Titel „24K Magic“ und dem gleichnamigen Album unter anderem Preise für das beste Album, die beste Aufnahme und das beste Lied des Jahres. Rapper Kendrick Lamar nahm bei der Gala am Sonntag in New York fünf Grammys mit nach Hause, der achtfach nominierte Rapper Jay-Z ging überraschend leer aus.

Eine der begehrten Auszeichnungen ging auch nach Deutschland: Die Elektro-Veteranen Kraftwerk erhielten in der eher unbekannten Sparte Dance-/Electronic-Album einen Grammy für „3-D The Catalogue“. Damit setzte sich die 1970 in Düsseldorf gegründete Band zum ersten Mal im direkten Wettbewerb gegen andere Grammy-Kandidaten durch. Den Preis für ihr Lebenswerk, den die Pioniere der elektronischen Popmusik vor vier Jahren von der Recording Academy bekommen hatten, wurde ihnen außerhalb des Wettbewerbs verliehen. In den vergangenen Jahren gewannen in den weniger beachteten der inzwischen 84 Kategorien immer wieder deutsche Künstler, vor allem Musiker aus dem Klassik- und Opern-Bereich.

Drei Stunden Show mit hochkarätigen Auftritten

Mars stach neben Jay-Z unter anderem Childish Gambino mit dessen Titel „Redbone“ und den Megahit „Despacito“ von Luis Fonsi & Daddy Yankee mit Justin Bieber aus. Kendrick Lamar gewann unter anderem in den Kategorien für das beste Rap-Album und den besten Rap-Titel. Mit den großen Gewinnen von Mars in den Hauptkategorien stand die Show dieses Jahr weniger im Zeichen des Hip-Hop als erwartet.

James Corden moderiert die Grammy Verleihung 2018

James Corden moderiert die Grammy Verleihung 2018.

Quelle: AP

Die dreineinhalbstündige, von James Corden moderierte Gala war gefüllt mit hochkarätigen Auftritten: Neben Mars, Lamar und Gambino kamen unter anderem Elton John, Pink und Rihanna auf die Bühne.

Ein starkes Statement gegen Trump und dessen scharf kritisierte Äußerung über sogenannte „Drecksloch“-Länder leistete sich Logic, nachdem er „1-800-273-8255“ gerappt hatte: „An all die wunderschönen, mit Kultur, Vielfalt und Tausenden Jahren Geschichte gefüllten Länder, ihr seid keine Dreckslöcher“. Die im Englischen härtere Übersetzung („shithole“) wurde von den Veranstaltern zensiert.

Hilary Clinton liest in einem Einspieler aus „Fire an Fury“ vor

Die sonst in Los Angeles heimische Verleihung fand dieses Jahr erstmals seit 15 Jahren in New York statt. Mehrere Musiker trugen zur Gala eine weiße Rose am Revers oder in der Hand als Zeichen der Solidarität mit der #TimesUp-Bewegung zum Kampf gegen sexuelle Übergriffe und männliche Dominanz. „Die Zeit der ungleichen Bezahlung, der Diskriminierung und Belästigung jeder Art und des Missbrauchs von Macht ist um“, sagte Musikerin und Schauspielerin Janelle Monáe.

Den größten Applaus gab es da noch für einen gelungenen Einspieler, in dem Prominente aus „Fire and Fury“ vortrugen, dem Enthüllungsbuch über Donald Trumps erstes Jahr im Amt. Am Ende des Filmchens las die ehemalige demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton laut die Verfehlungen ihres Widersachers vor, vom Publikum im Madison Square Garden frenetisch gefeiert.

Von dpa/RND

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